Aufbereitung des Insektenhotels
Das Außengelände ist ein Natur- und Lebensraum, die Kinder sind hier in direktem Kontakt mit Flora und Fauna. Unser altes Insektenhotel, welches auf dem Außengelände hing, war so beschädigt, dass es den Insekten nicht mehr als Lebensraum diente. Nachdem wir partizipativ mit den Kindern besprochen hatten, welche Naturmaterialien Insekten beherbergen, wurde der bereits etablierte Waldwandertag genutzt, um die Materialien zu sammeln. Die Eltern wurden mit eingebunden, indem sie weitere Materialien aus ihrem häuslichen Umfeld als Spende zur Verfügung stellten. In Zusammenarbeit mit den Kindern wurde über mehrere Wochen das Insektenhotel restauriert und in jedem Arbeitsschritt die Funktion des Hotels nähergebracht. Durch unser offenes Konzept hatten alle Kinder die Möglichkeit daran teilzunehmen. Durch eine Wanddokumentation wurde das Projekt für alle transparent und auf Augenhöhe der Kinder im Flur der Einrichtung ausgestellt.
Städtische Kita Villa Regenbogen, Engers
Unser Hin- und Weg-Regal
Wie die Kinder leisten auch die Eltern einen entscheidenden Beitrag auf unserem Weg zur nachhaltigen Kita. Warum immer alles neu kaufen? Es gibt viele Dinge, die Menschen nicht mehr benötigen, mit denen sie aber vielen anderen eine Freude machen könnten. Alles, was für andere noch von Wert ist, können die Eltern in das sogenannte „Hin- und weg-Regal“ stellen, statt es wegzuwerfen. Wir haben allen Familien im Flur, neben der Ein- bzw. Ausgangstür, ein Tauschregal zur Verfügung gestellt. Dieses nachhaltige „Eltern für Eltern“- Angebot bietet die Möglichkeit aussortierte und gut erhaltene Spiele, Puzzles, Bücher, Dekoobjekte etc. an andere Familien weiterzugeben oder zu tauschen. Selbst Kindersitze wechselten schon ihre Besitzer. So vermeiden wir Müll und sparen Ressourcen, leben unseren Kindern einen nachhaltigen Lebensstil vor und schonen gleichzeitig unsere Umwelt und unser Portemonnaie . Unser Tauschregal hat sich zu einem regen Geben und Nehmen entwickelt.
Schlosskindergarten Ringenberg, Hamminkeln
Vom Müll zur Kunst
Um die Umwelt zu schützen, ist es wichtig, schon die Kleinsten für den richtigen Umgang mit Müll zu sensibilisieren. Spielerisch wurde den Kindern schnell klar, Mülltrennung ist kinderleicht. Im Kindergarten gibt es verschiedene Eimer für unseren Müll. Aber warum??? Visuelle Unterstützung in Form von eigenen Fotos half selbst den kleinsten Kindern bei der Entscheidung, in welchen Eimer Papier, Verpackungen oder Restmüll entsorgt werden. Mit Greifzangen und Handschuhen ausgestattet haben wir unser Dorf aufgeräumt und den gefundenen Müll entsorgt. Ein Besuch bei unserem Entsorgungsbetrieb begeisterte die Kinder für die Thematik der richtigen Entsorgung. Ressourcenschonung und Recycling werden im Rahmen der Aktion spielerisch erklärt. Für unser Kindergartenfest bastelten wir aus „Müll“ richtig tolle Kunstwerke. Durch das Basteln mit Abfallmaterialien bekommen die Kindern ein Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen.
Schlosskindergarten Ringenberg, Hamminkeln
Die kleinen Wasserdetektive
In unserem Projekt „die kleinen Wasserdetektive“ haben wir das Bewusstsein geschaffen, dass Wasser von wichtiger Bedeutung und nicht unendlich verfügbar ist. Das Ziel des Projekts ist es, ökologische Zusammenhänge nachvollziehbar erleben zu lassen und die Wichtigkeit von Wasser zu enträtseln. Mit Bilderbüchern kamen wir der Lösung Stück für Stück näher. Wir erfuhren, dass das Wasser in unserem nahegelegenen Schlossgraben aus den Wolken kommt. Um dieses Phänomen zu veranschaulichen, kreierten wir unseren eigenen kleinen Wasserkreislauf mit Klarsichttüten am Gruppenfenster. Viele Jahre haben wir unsere Hochbeete mit Wasser aus dem Wasserhahn gegossen. Mit unserer Regentonne können wir das Wasser aus den Wolken auffangen und damit unsere Tomaten, Gurken und Kräuter in unserem Hochbeet gießen und wachsen lassen. In unserem Projekt erlebten die kleinen Wasserdetektive partizipativ Wasser mit all ihren Sinnen.
Schlosskindergarten Ringenberg, Hamminkeln
Mülltonnen-Raupen
Ein zentrales Thema in unserer Kita ist das Mülltrennen und wir haben ein spannendes Angebot dazu entwickelt. Die Kinder haben ein informatives Plakat gebastelt, welches alle wichtigen Informationen zur richtigen Mülltrennung anschaulich darstellt. So haben alle Kinder, Eltern und pädagogischen Fachkräfte jederzeit Zugriff auf die Inhalte und das Plakat wird zu einem wichtigen Gesprächsthema im Alltag.
Um das Thema greifbarer zu machen, haben wir sogenannte Mülltonnen-Raupen eingeführt. Diese bunten Elemente ermöglichen es den Kindern, auf spielerische Weise zu lernen, wie man Müll richtig trennt. Die Raupen bestehen aus verschiedenen Segmenten, die jeweils für eine Müllkategorie stehen - Papier, Plastik, Bioabfall und Restmüll.
Durch das Sortieren von Spielzeugmüll in die entsprechenden Raupen-Segmente verinnerlichen die Kinder die Prinzipien der Mülltrennung und entwickeln ein Bewusstsein für die Umwelt. So fördern wir nicht nur das Lernen, sondern auch den Spaß am Umweltschutz.
DRK Kindertagesstätte Wasserstern, Düsseldorf
Schätze teilen, Lieblingsstücke entdecken
Durch die Einführung eines Tauschschranks wollten wir den Kindern ein Bewusstsein für Konsum und Verzicht vermitteln. Dieser Tauschschrank bietet den Kindern und Familien die Möglichkeit gebrauchte Spielsachen, Bücher und Kleidung zu tauschen, anstatt neue Produkte zu kaufen. So fördern wir nicht nur die Wiederverwendung von Gegenständen, sondern auch den kreativen Umgang mit Ressourcen.
Die Kinder lernen, dass es oft nicht notwendig ist, immer neue Dinge zu erwerben. Stattdessen können sie durch den Tausch ihre Schätze teilen und neue Lieblingsstücke entdecken. Dies stärkt nicht nur den Gemeinschaftssinn, sondern auch das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Materialien. So wird der Tauschschrank zu einem Ort des Lernens und der Begegnung, der die Werte Nachhaltigkeit und Achtsamkeit in den Alltag integriert.
DRK Kindertagesstätte Wasserstern, Düsseldorf
Ernährungspyramide - Einstieg in die nachhaltige Ernährung
In der heutigen Zeit spielt die Ernährung in Kitas eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder. Eine nachhaltige Ernährung fördert nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern auch das Bewusstsein für Umwelt- und Ressourcenschutz.
Zum Einstieg in das Thema haben wir eine eigene Ernährungspyramide erstellt und über die einzelnen Stufen gesprochen. Die Ernährungspyramide bietet dabei eine wertvolle Orientierung. Um das Wissen über gesunde Ernährung zu vertiefen, möchten wir in unserer Kita eine Koch-AG gründen. Hier können die Kinder spielerisch lernen, wie man gesunde und nachhaltige Gerichte zubereitet.
Durch die Integration regionaler und saisonaler Produkte können wir nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch den Kindern die Vielfalt der Natur näherbringen. So wird eine gesunde, nachhaltige Ernährung gefördert, die die Kinder für ein bewusstes Essverhalten sensibilisiert.
DRK Kindertagesstätte Wasserstern, Düsseldorf
Eltern als Partner an Bord holen
Eine Kita oder eine Kindertagespflege im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele umzugestalten, ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Sie gelingt nur, wenn zum einen die Kinder ernst genommen werden und mitbestimmen dürfen. Zum anderen sollten auch die Eltern beteiligt werden. Wenn die Kita/Kindertagespflege auf Augenhöhe mit den Eltern zusammenarbeitet und sie als Bildungspartner begreift, können Fachkräfte verschiedene Möglichkeiten nutzen, um Eltern aktiv in die Entscheidungsprozesse einzubinden: Zum Start des Projekts bietet sich eine Befragung an – zu Erwartungen, konkreten Schwerpunkt-Wünschen, Interessen und Ressourcen, die die Eltern einbringen können. Neuigkeiten-Pinnwände (zum Beispiel mit der Auswertung des Fragebogens) sowie gestaltete Plakate (mit Fotos zu gelaufenen Aktionen wie Bienenprojekt, Tag ohne Strom) dienen der Transparenz und helfen Informationen als auch nachhaltiges Wissen zu vermitteln. Die Beteiligung der Eltern im Alltag bei einzelnen Aktionen (Bau eines Insektenhotels, Geschenke für die „Tafel“ packen) ist ebenso wichtig wie die in Projekten: Warum nicht die Eltern gleich in die Planung der Hochbeete einbinden oder in die Umgestaltung der Räumlichkeiten – also sie schon in die Planungsgruppe einladen und nicht erst zum Umgraben oder für den Möbelaufbau? Zudem ist ein Feedback-Baum etwa beim Nachhaltigkeitsfest eine gute Möglichkeit, die eigene Arbeit im Sinne von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu reflektieren und weiter voranzubringen.
Weitere Impulse für die Zusammenarbeit mit den Eltern:
- DJKS-Broschüre: „Elternbeteiligung ist mehr“
- Leitfaden: „Qualität der Zusammenarbeit mit Eltern“
16. Januar 2025
Düfte, die Geschichten erzählen
Zusammen mit dem Christkind in die Weihnachtsduftwelt reisen – das macht das neu erschienene Bildungsmaterial vom Projekt „Kita. weltbewusst.2030“ möglich. Der besondere Reiseführer des globalen Lernens für Kinder zwischen drei und zehn Jahren bietet als erstes eine Vorlesegeschichte. Der zweite Teil ist ein Duftreisetagebuch zum Mitmachen. Darin finden sich kleine kreative Ideen für alle Sinne, die sich mit den Kindern umsetzen lassen – Orangenmassage, Rezept für Vanillezucker, Bastelanleitung für Weihnachtsduftkarten oder Schoko-Meditation. Der dritte Teil enthält Wissenswertes sowie Denkanstöße für Pädagog*innen, die sich mit kolonialer Geschichte, Fairem Handel, Kinderrechten und BNE auseinandersetzen möchten. Die Broschüre steht zum kostenlosen Download bereit oder kann für 15 Euro bestellt werden.
Als Ergänzung gibt es außerdem einen digitalen Adventskalender mit Ideen aus der Broschüre sowie weiteren Anregungen und Inspirationen.
11. Dezember 2024
Umdenken! Weg vom Plastik
Die UN-Konferenz gegen Plastikmüll in Südkorea ist gerade gescheitert, es wurde noch kein rechtsverbindliches, internationales Abkommen beschlossen. Die Mehrheit der Staaten, die die Plastikproduktion begrenzen will – darunter auch die EU –, konnte sich nicht gegen die Handvoll Verweigerer vor allem aus ölproduzierenden Staaten durchsetzen. Diese Länder, wie Russland oder Saudi-Arabien, weigern sich, das sehr lukrative Geschäft mit Plastik, dessen Bestandteil Erdöl ist, zu drosseln. Das Problem dabei: Derzeit werden bereits weltweit jährlich 400 Millionen Tonnen Plastik produziert und es wird mit einer Verdopplung oder Verdreifachung in den nächsten Jahrzehnten gerechnet. Doch nur ein Bruchteil davon kann recycelt werden.
Ein Großteil ist wertloses Einmalplastik, das sich beispielweise wegen des Plastikmix gar nicht recyceln lässt – auch nicht in Ländern mit niedrigen Lohnkosten wie Malaysia, in denen unser exportiertes Plastik aus Deutschland noch per Hand sortiert wird. Die Folge: Plastik wird (illegal) verbrannt oder einfach illegal in der Natur entsorgt – und findet sich inzwischen ebenso in der Tiefsee und Arktis wie in unseren Böden, ebenso in den Mägen von verendeten Walen und Seeigeln wie in allen Teilen unseres Körpers und der Muttermilch, hier als winziges Mikroplastik oder noch kleineres Nanoplastik. Eine Tragödie für den ganzen Planeten!
Da eine zwischenstaatliche Lösung (noch) nicht in Sicht ist, müssen wir selbst unser Konsumverhalten ändern – also Plastikprodukte vermeiden/reduzieren und Alternativen finden. Hier gibt es auch bereits viele Ansätze in Kitas und Kindertagespflegestellen, wie unsere Praxisbeispiele zeigen:
- Wetbags für nasse Kleidung statt Plastiktüten
- Baumwollbeutel für jedes Kind (z.B. für den Transport von Kunstwerken)
- Leitungswasser und eingebaute Sprudelanlage statt Flaschenwasser
- Unverpackt einkaufen (Gemüse/Obst, aber auch Körner für selbstgemachtes Müsli)
- Eltern bringen eigenes Geschirr mit bei Festen
- Keine (Plastik-)Geschenke mehr im Adventskalender, stattdessen 24 Geschichten etc.
- Upcycling: Laternen oder Osterkörbchen
- Tauschregal (Gegenständen ein zweites Leben ermöglichen)
- Nachhaltiger Konsum ist DIE Stellschraube, an der wir alle drehen können. Auf geht’s!
Weiter informieren:
- UN-Plastikkonferenz 2024
- Plastikatlas
- Podcast "Unser Plastikmüll in Malaysia"
- Ideen für weniger Plastikmüll
- Wie wir Plastik reduzieren können
- Reportagen zu Plastikverschmutzung und Recycling
- Kinderlied „Unsere neue Taktik ist weniger Plastik“
4. Dezember 2024









