Die einzelnen Bestandteile für selbstgemachte Feuchttücher - Küchenrolle, Wasser und Kokosöl

Verzicht auf industrielle Feuchttücher

Ich habe mit den Eltern besprochen, testweise auf gekaufte und mitgebrachte Feuchttücher zu verzichten. Zum einen, weil diese Konservierungsstoffe und Allergene enthalten können, zum anderen aber auch, um nicht recycelbaren Abfall und bei der Verbrennung entstehende Umweltbelastungen zukünftig zu vermeiden. Das Angebot wurde von allen Eltern angenommen, es gab während des gesamten Zeitraumes keine negativen Rückmeldungen. Die Kinder mögen alle den Kokosduft und wollen immer mal wieder an einem Stück riechen. Es gibt daher keinen Grund wieder zu den "alten" Feuchttüchern zurückzukehren.

Kindertagespflege „Die Elefantenbande“ von Alexander Becker, Euskirchen


Die Kinder stellen nachhaltige Feuchttücher her

Nachhaltige Feuchttücher

Jedes Plastik weniger ist ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Viele Schritte sind wir bereits gegangen (z. B. beim Einkaufen von Lebensmitteln, Bastelmaterial oder Spielzeug). Unser nächster Schritt war das Ersetzen von Feuchttüchern beim Wickeln der Kinder durch waschbare Stofftücher.

Die Eltern haben für ihre Kinder alte Handtücher in kleine Waschlappen umgewandelt. Die Kinder haben geholfen kleine Taschen zu gestalten, um benutzte und gewaschene Tücher von hier nach dort transportieren zu können. Weiteres Equipment ist ein bisschen Wasser zum Befeuchten der Tücher, wahlweise mit einem Schuss Pflegeöl und bei Bedarf weitere Papiertücher oder Klopapier.

Kindertagespflege Schnirkelschnecken von Maya Heuer-Lampe, Braunschweig


Eine Collage mit verschiedenen Möglichkeiten, Essen plastikfrei zu verpacken

Kleine Alltagsänderungen

Wir bemühen uns, in der Gruppe Plastiktüten zu vermeiden und auch Papiertüten mehrfach zu nutzen. Jedes Kind hat für schmutzige Wäsche ein Wetbag und wir benutzen keine Tüten mehr. Zur Not muss die Wäsche gut gefaltet ohne Tüte transportiert werden.

Über Crowd-Farming bestellen wir größere Mengen Obst und Gemüse aus Europa, für die Gruppe wie auch für die Familien. Die Lieferung kommt im Karton und die Verteilung findet über Mehrwegbehälter (alte Kartons, Papiertüten, Stoffbeutel) statt. Somit werden auch lange Transporte aus Übersee vermieden.

Für das Frühstück wird mehrmals in der Woche frisches geschnittenes Brot gekauft. Oft wird es dann in einer Tüte verpackt. Wir benutzen nun ausschließlich Stoffbeutel, die zum Brotkauf mitgenommen werden. Alle Plastik und Papiertüten werden möglichst mehrfach genutzt.

Kindertagespflege von Sylvia Martinez, Ratz und Rübe im "Alten Waschhaus", Bonn


Eine Reihe von Wetbags

Müll reduzieren und Ressourcen sparen

Um in unserem Kindertagespflegealltag weniger Müll zu produzieren, habe ich für die Mitgabe verschmutzter Kleidung der Kinder mehrere waschbare Wetbags besorgt. Außerdem reinige ich die Kinder beim Wickeln mit Baumwollwaschlappen, wenn sie nur ein kleines Geschäft gemacht haben. Beides hat die Eltern gefreut und eine Familie verwendet nun auch in meiner Kindertagespflege anstatt nur zuhause Stoffwindeln. Die Wegwerfwindeln werden in einem Eimer ohne Mülltüte gesammelt. Nach dem Essen waschen wir uns mit Waschlappen, anstatt lange den Wasserhahn laufen zu lassen. Die Kinder erleben auf diese Weise in vielen kleinen Situationen eine nachhaltige Lebensweise im Alltag. Durch dieses Vorleben und Miterleben werden automatisch von Anfang an nachhaltige Handlungsweisen bei den Kindern etabliert.

Kindertagespflege Otterbau von Anna Otten, Bonn


Viele weiße Stoffbeutel mit dem Logo der Kindertagesstädte

Waschbare Beutel

Wir haben festgestellt, dass wir leider hier bei uns in den vergangenen Jahren viel zu viele Plastiktüten verwendet haben – für den Transport von frischer oder schmutziger Wäsche oder auch am Spielzeugtag zum Transportieren von Spielzeug etc. Dem wollten wir ein Ende setzen und haben uns für waschbare Beutel entschieden. Wir verzichten nun ganz bewusst auf Plastikbeutel oder Plastiktüten.

Kindertagespflege Zwergenstube Duisdorf von Anna Schmitz, Bonn


Verschiedene nachhaltige Wickelmaterialien

Wetbags, Stoffwindeln, Wickelunterlagen

In meiner Kindertagespflege ist Umweltschutz ein wichtiges Thema. Gemeinsam mit den Eltern habe ich überlegt, wie wir Müll vermeiden können. Daraus ist ein kleines Projekt entstanden: Anstelle von Plastiktüten verwenden wir nun sogenannte Wetbags – wieder verwendbare Beutel für schmutzige Kleidung, die gewaschen und erneut genutzt werden können. Zwei Familien haben sich entschieden, auf Stoffwindeln umzusteigen, die sie täglich mitbringen. Zusätzlich nutzt jedes Kind seine eigene waschbare Wickelunterlage, statt täglich eine Einwegunterlage zu verbrauchen. Mit diesen Maßnahmen möchten wir den Kindern von Anfang an ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt vermitteln.

Kindertagespflege „Villa Krümelkiste“ von Christina Brandt, Bonn


Wetbags

Wetbags

Anstatt Plastiktüten für die Schmutzwäsche zu verwenden, habe ich Wetbags aus beschichteten Stoffen genäht – es passiert bei fünf kleinen Kindern doch häufiger mal ein Malheur. Die Taschen werden den Eltern mitgegeben. Entweder bringen sie diese gewaschen wieder mit oder ich schmeiße die Taschen in unsere Waschmaschine. Die Eltern waren so begeistert von den Taschen, dass einige sich selbst Wetbags zugelegt haben.

Melanie Andre, Kindertagespflege in Bonn


Ein Kind schaut auf die Waage.

"Die unverpackte Woche" - Müllvermeidung im Alltag

Das Projekt „Die unverpackte Woche“ zielte darauf ab, das Bewusstsein für Müllvermeidung zu schärfen, insbesondere im Hinblick auf Plastikverpackungen. Inspiriert von der Notwendigkeit, den Plastikkonsum zu reduzieren und die Umweltbelastung zu verringern, sollte das Projekt den Kindern einen bewussten Umgang mit Verpackungen vermitteln. Getrieben hat mich die Besorgnis über die Auswirkungen von Plastikmüll sowohl auf die Umwelt als auch auf die Gesundheit. Die Teilnahme an einem Seminar über Handlungspädagogik vor einigen Jahren hat mein Bewusstsein für die Bedeutung individueller Handlungen beim Konsum von Lebensmitteln verstärkt. Im Rahmen des Projekts besuchten die Kinder einen Unverpacktladen, wo wir Lebensmittel ohne Verpackung kauften. Die Zubereitung von Mahlzeiten erfolgte in der Woche ohne Verwendung von verpackten Zutaten. Stattdessen wurden alternative, unverpackte Produkte wie frische Milch oder unverpackte Butter verwendet. Ich sah es als eine Möglichkeit, den Kindern ein Vorbild für nachhaltiges Handeln zu dienen.

Ana Jiménez Lorente, Naturverbundene Kindertagespflege die Waldmäuse, Köln


Für den Inhalt dieser Website ist allein der Wissenschaftsladen Bonn e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Engagement Global gGmbH und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.