Konsum und Verzicht


In den Läden locken viele Konsumgüter, die speziell für Kinder gemacht sind. Die Mechanismen der Werbung können Kinder noch nicht durchschauen und selbst Erwachsene lassen sich durch Werbung einfangen. Die Freude am Schenken oder auch ein schlechtes Gewissen lässt Eltern und Großeltern oft jeden Wunsch der Kinder erfüllen.

Doch ein anderes Konsumverhalten kennenzulernen, ist heute wichtiger denn je angesichts begrenzter Ressourcen, riesiger Müllberge und wachsender Umweltprobleme. So können Dinge getauscht und Spielzeuge auch mal eine Weile weggepackt werden, um auszuprobieren, wie es ist, mit weniger Dingen auszukommen und dabei kreativ zu werden.

Praxisbeispiele

Energie


Kinder können im Alltag den Bereich Energie lebensnah erfahren und als Energie-Detektive in der Kita suchen, wo und wie Energie genutzt wird und welche Geräte dazu verwendet werden.

Sie können sich auch mit den verschiedenen Formen von erneuerbaren Energien beschäftigen – Wind, Sonne oder Wasser – und können durch kleine Experimente Wärme oder Strom verstehen lernen.

Praxisbeispiele

Wasser


Die Grundlagen für den achtsamen Umgang mit Wasser können bereits im Kleinkindalter gelegt werden. Zunächst sollen Kinder Wasser erleben und übers Planschen seine Vielseitigkeit kennenlernen.

Das Experimentieren mit Wasser hilft Kindern, dieses Element und seine Phänomene zu verstehen, um schließlich Wasser als kostbare Ressource wahrzunehmen.

Praxisbeispiele

Mobilität


Mit dem Auto, dem Bus, Fahrrad oder zu Fuß in die Kita oder zur Kindertagespflege? Obgleich man solche Fragestellungen mehr bei Erwachsenen verortet, zeigt die Erfahrung, dass sie von den Kindern interessiert aufgenommen werden.

Neben der Beantwortung naheliegender „kindlicher“ Fragen wie „Wie bewegen sich andere Tiere: ohne Beine oder mit ganz vielen?“ oder „Bewegen sich auch Pflanzen?“ lädt das Thema auch dazu ein, sich kritisch mit Mobilitäts-Gewohnheiten auseinanderzusetzen. Man könnte der Frage nachgehen, wie fußläufig die Erlebniswelt der Kinder ist und ob tatsächlich immer das Auto nötig ist.

Ernährung


Das Nahrungsangebot ist unübersichtlich und viele Lebensmittel werden nicht nachhaltig produziert. Zudem enthalten sie häufig zu viel Fett, Salz, Zucker und Zusatzstoffe.

Die Kita und die Kindertagespflege hat viele Möglichkeiten, um einen nachhaltigen Ernährungsstil umzusetzen und Kindern einen eigenen Zugang zum Beispiel über Aussähen, Pflanzen, Pflegen, Ernten und Zubereiten zu bieten. Auch die Kenntnisse von Gemüse- und Obstsorten und das Genießen der Vielfalt legen wichtige Grundsteine für die spätere Wahl an Nahrungsmittel.

Praxisbeispiele

Natur und Artenvielfalt


Wir Menschen sind, wie alle Tiere und Pflanzen, Teil eines weltumspannenden Ökosystems. Der Erhalt der natürlichen Vielfalt ist für uns enorm wichtig, etwa wenn es um unsere Nahrungsmittel, aber auch um sauberes Wasser und saubere Luft geht.

Denn geht die Artenvielfalt verloren, hat das Auswirkungen auf ganze Nahrungsketten in der Natur – sterben etwa die Insekten, so fehlt es auch den Vögeln an Nahrung. Ausgehend von der Faszination, die Lebewesen auslösen, ergibt sich eine Fülle an Möglichkeiten für den Alltag mit Kindern. Das kann schon mit kleinen Saat-Aktionen auf der Fensterbank beginnen.

Praxisbeispiele

Wetter und Klima


Bei den Themen Wetter und Klima ist der Fokus auf den Klimaschutz ausgerichtet. Kinder können sich ganz einfach mit dem Wetter befassen und so auch in einem zweiten Schritt auch unser Klima kennenlernen.

Das Wetter hat viele Gesichter und umfasst auch den Wechsel der Jahreszeiten und die damit einhergehenden Veränderungen. Kinder können durch Wetterbeobachtungen und Experimente beispielweise die Bedeutung von Sonnenschein oder Regen für die Umwelt erfahren und deren Auswirkungen wahrnehmen.

Abfall und Plastik


Jeder weiß, dass die natürlichen Ressourcen unseres Planeten wie Holz, Erdöl, Metall, Mineralien oder Sand endlich sind. Nur leider verhalten wir uns nicht so, sondern gehen verschwenderisch mit ihnen um. Nur wenn wir lernen, weniger Ressourcen und diese effizient zu nutzen, stehen sie auch in Zukunft allen in ausreichendem Maße zur Verfügung.

Höchste Zeit für ein Umdenken beim Einkauf, ein Achten auf Verpackungen und deren richtige Entsorgung. Hier können Fachkräfte in Kita oder Kindertagespflege ihre eigenen Verhaltensweisen hinterfragen, aber auch alltagsnah Umweltbildung betreiben.

Praxisbeispiele

Chancengleichheit


Kinder entdecken früh, dass jeder Mensch anders ist: Mädchen oder Junge, dunkle oder helle Haut, blonde oder rote Haare, dick oder dünn, Brille oder keine, wortkarg oder redselig. Sie hören, dass jemand zwei Mütter hat oder der Vater mit einem Mann zusammen ist. Sie erfahren: Alle Menschen sind einzigartig und das zeichnet sie aus. Die Kita oder Kindertagespflege hat hier die Aufgabe, den Kindern ein Bewusstsein für die Vielfalt unserer Gesellschaft zu vermitteln.

Alle Kinder sollen mit Respekt behandelt werden und in ihrer eigenen Identität gestärkt werden. Alle sollen eine echte Wahlfreiheit haben, wer sie sein wollen, und die gleichen Chancen haben. Die Fachkräfte sollten daher überlegen, ob die Räume und Angebote so gestaltet sind, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich hier wiederzufinden.

Praxisbeispiele

Kulturelle Vielfalt


Es gibt viele Berührungspunkte und Aktionen, in denen Kinder ihren Blick hin zum Globalen weiten und andere Kulturen, die dortigen Gewohnheiten und Lebensbedingungen erleben können. In jeder Kultur werden beispielsweise (religiöse) Feste gefeiert, die prägend sind und die die Kita oder Kindertagespflege aufgreifen kann.

Es geht hierbei allerdings nicht um das Nachfeiern eines exotischen Festes aus einem anderen Land der Erde, sondern um die Lebensrealität mancher Familien hier. Die Kita oder Kindertagespflege ist so auch ein Ort der Integration für Kinder aus internationalen Familien, deren Eltern beispielsweise wegen der besseren Arbeitsbedingungen nach Deutschland gezogen oder die vor Krieg, Erdbeben, Überschwemmungen oder wegen der Einschränkung von Menschenrechten geflohen sind.