Konsum
Ein nachhaltiges Konsumverhalten zu erlernen, ist heute wichtiger denn je, angesichts begrenzter Ressourcen, riesiger Müllberge und wachsender Umweltprobleme – etwa durch Chemikalien, die bei der Textilproduktion eingesetzt werden. Zum Klimaschutz trägt ein bewussteres Konsumverhalten entschieden bei, weil sowohl bei der Herstellung als auch der Verbrennung von Verpackungen oder Gebrauchsgegenständen wie Spielzeug viel CO2 entsteht. Auch die globale Gerechtigkeit sollten wir bei unserem Konsumverhalten im Blick behalten: Vor allem bei billigen Spielzeugen und Textilien haben die Menschen in den Produktionsländern die Kosten zu tragen, etwa mit ihrer Gesundheit.
Praxisbeispiele
Alternativen finden
Leihen und tauschen
Anders nutzen, upcyceln
Energie
Für Kinder ist der Bereich Energie lebensnah erfahrbar – durch kleine Experimente mit Wasser, Sonne oder Wind oder auch beim bewussten Ausschalten von unnötigen Lampen. Der Bogen lässt sich hier leicht zum Thema Klimaschutz und der Vermeidung von CO2 schlagen. Denn unser Energieverbrauch ist oftmals noch mit der Nutzung fossiler Energieträger verbunden (vor allem bei der Heizung) – und die Treibhausgase heizen die Erde auf. Die gute Nachricht: Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in Deutschland ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen! Die Energiewende, etwa durch bewusstes Ressourcensparen oder den Wechsel zu einem Öko-Stromanbieter, und die damit einhergehende Vermeidung von Treibhausgasen verändert also schon Deutschland und die Welt.
Praxisbeispiele
Energie sparen
Energiegewinnung verstehen
Forschen und experimentieren
Wasser
Oft ist uns nicht bewusst, wie wertvoll unser Leitungswasser ist, das wir hier in Deutschland so einfach aus dem Wasserhahn zapfen und trinken können! Denn etwa ein Viertel der Weltbevölkerung hat gar keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die gute Nachricht: Der Anteil ist deutlich gesunken in den letzten Jahren. In einigen Ländern des globalen Südens stellt sauberes Wasser allerdings eine knapper werdende Ressource dar, die Konfliktpotenzial birgt. Auch in Deutschland müssen sich manche Regionen im Sommer inzwischen mit dem Thema Wasserknappheit auseinandersetzen. Durch die Klimakrise treten immer häufiger längere Trockenperioden auf, die die Grundwasserstände sinken lassen und künftig auch die regionale Versorgung belasten werden. Auch der Druck auf die Ökosysteme nimmt zu, wenn sauberes Wasser fehlt. Zukunftsorientiertes Denken und Handeln kann hier mit den Kindern thematisiert werden: Wasser ist lebenswichtig! Wasser sollte achtsam genutzt werden und für alle Menschen und Lebewesen da sein.
Mobilität
Es lohnt sich, sich mit den Kindern zusammen mit Mobilitäts-Gewohnheiten auseinanderzusetzen, diese zu hinterfragen und zu verändern, um CO2 zu sparen und das Klima zu schützen. Wenn sich Kinder selbstständig fortbewegen mit Roller, Laufrad, Fahrrad oder zu Fuß, ist das natürlich auch gut für sie selbst – für ihre Gesundheit und ihr Wohlergehen (Kinderrecht auf Gesundheit und Bewegung, sicheres Verhalten im Straßenverkehr), ihren Orientierungssinn und ihr Selbstvertrauen. Es gibt also viele Argumente, hier mit den Familien ins Gespräch zu gehen.
Mit den Kindern Zukunftsutopien auszudenken, gibt dem Thema eine neue Richtung: Spannend ist etwa die Grundsatzfrage, welche Art von Infrastruktur wir künftig brauchen. Wie sollten unsere Städte gestaltet sein, welches Verkehrsmittel hat Priorität? Der Blick in die Welt kann hier auch neue Perspektiven eröffnen – wie bewegen sich denn Kinder in anderen Ländern der Erde normalerweise fort?

Ernährung
Die Kita sowie die Kindertagespflege hat viele Möglichkeiten, um einen nachhaltigen Ernährungsstil umzusetzen und vorzuleben und Kindern einen Zugang dazu zu bieten – zum Beispiel über das Aussäen, Pflanzen, Pflegen, Ernten und Zubereiten von Obst und Gemüse. Möglichst keine Lebensmittel zu verschwenden und an das Klima und den Planeten zu denken, gehört zum Verständnis von nachhaltiger Ernährung ebenfalls dazu. Hier geht es zum einen um gute Bewirtschaftung und Beschaffung, aber auch um die Sensibilisierung der Fachkräfte, Kinder und Familien. Auch Aspekte wie Gesundheit, soziale Gerechtigkeit, Gemeinschaftsgefühl, Traditionen und Esskultur lassen sich im Sinne von BNE aufgreifen.
Praxisbeispiele
Selber zubereiten
Anbauen und ernten
Bewusst genießen
Natur und Artenvielfalt
Wir Menschen sind, wie alle Tiere und Pflanzen, Teil eines weltumspannenden Ökosystems. Der Erhalt der natürlichen Vielfalt ist für uns enorm wichtig, etwa wenn es um unsere Nahrungsmittel, aber auch um sauberes Wasser und saubere Luft geht.
Denn geht die Artenvielfalt verloren, hat das Auswirkungen auf ganze Nahrungsketten in der Natur – sterben etwa die Insekten, so fehlt es auch den Vögeln an Nahrung. Ausgehend von der Faszination, die Lebewesen auslösen, ergibt sich eine Fülle an Möglichkeiten für den Alltag mit Kindern. Das kann schon mit kleinen Saat-Aktionen auf der Fensterbank beginnen.

Wetter und Klima
Beim Schwerpunkt Wetter und Klima ist der Fokus zum einen auf den Klimaschutz ausgerichtet. Kinder können sich mit dem Wetter befassen und durch regelmäßige Wetterbeobachtungen und kleine Versuche die Bedeutung von Sonnenschein oder Regen für die Umwelt erfahren und deren Auswirkungen wahrnehmen. In einem zweiten Schritt können sie unser Klima und den Unterschied zum Wetter kennenlernen und auch verstehen, was Klimawandel bedeutet. Die Anpassung an den Klimawandel sollte ebenfalls in den Blick genommen werden, denn die Hitzetage nehmen ebenso zu wie Starkregen-Ereignisse und darauf müssen wir uns einstellen. Bei allen drei Themen – Klimawandel, Klimaschutz, Klimaanpassung – können Fachkräfte auch die Familien informieren, sensibilisieren und einbinden.
Abfall
Wir wissen, dass die natürlichen Ressourcen unseres Planeten wie Holz, Erdöl, Metall, Mineralien oder Sand endlich sind. Und doch verhalten wir uns nicht entsprechend, sondern gehen verschwenderisch mit ihnen um. Nur wenn wir lernen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und diese effizient zu nutzen, stehen sie auch in Zukunft den nachfolgenden Generationen in ausreichendem Maße zur Verfügung.
Zudem wird sowohl bei der Produktion als auch der Entsorgung unserer Konsumgüter CO2 freigesetzt (und auch andere oft giftige Stoffe) – was den Klimawandel weiter ankurbelt. Der Konsum ist so einer der größten Hebel, um das Klima zu schonen! Es lohnt sich daher, mit den Kindern zusammen bisher übliche Verhaltensweisen kritisch zu hinterfragen und Müll zu vermeiden, zu recyceln oder anders zu nutzen. Klimaschutz und Umweltschutz lassen sich so beide thematisieren.
Praxisbeispiele
Reduzieren und vermeiden
Trennen
Sammeln
Chancengleichheit
Kinder entdecken früh, dass jeder Mensch anders ist. Die Kita oder Kindertagespflege hat hier die Aufgabe, den Kindern Wertschätzung für die Vielfalt unserer Gesellschaft zu vermitteln – für jedes Kind als Individuum und für unterschiedliche Familienformen, eine andere Sprache oder eine andere Glaubensrichtung. Alle Kinder sollen mit Respekt behandelt werden und in ihrer eigenen Identität gestärkt werden. Alle sollen eine echte Wahlfreiheit haben, wer sie sein wollen, und die gleichen Chancen haben. Wichtig ist daher, Räume und Angebote so zu gestalten, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, sich hier wiederzufinden.
Außerdem ist es wichtig, dass die Kinder von ihren Rechten erfahren und darin unterstützt werden, sie wahrzunehmen – dazu gehört zum Beispiel das Recht auf Leben und Entwicklung, das Recht auf Freizeit und zu spielen, das Recht auf Bildung und das Recht, eine Meinung zu äußern. Wenn die Kinder ihre Rechte kennengelernt haben, sollte man mit ihnen auch den Blick in andere Länder werfen – wie sieht es global mit den Kinderrechten aus?
Kulturelle Vielfalt
Eine nachhaltige Entwicklung hat auch die kulturelle Vielfalt im Blick, vor Ort und global. Es gibt viele Berührungspunkte und Aktionen, in denen Kinder verschiedene Kulturen, unterschiedliche Gewohnheiten und Lebensbedingungen erleben und so ihren Blick weiten können. In jeder Kultur werden beispielsweise (religiöse) Feste gefeiert, die prägend sind und die die Kita oder Kindertagespflege aufgreifen kann. Und wie leben Kinder in anderen Ländern? Was spielen sie, was für Hobbys haben sie?
Friedensbildung sollte auch Teil des Alltags sein. Diese fokussiert auf ein gutes Zusammenleben, auf ein Verständnis von Gerechtigkeit, Toleranz und allgemeingültigen Werten. Kinder sollen sich als Teil eines Ganzen fühlen können – es kommt also auf die Gestaltung von Beziehungen an, auf das Gefühl, angenommen zu werden von einer Gruppe und diese mitgestalten zu können. Kinder können im Alltag lernen, einander zuzuhören, ihre Ängste zu äußern, Trost zu finden, mit Konflikten konstruktiv umzugehen und diese zu lösen.
Praxisbeispiele
Vielfalt erleben
Zusammenhalt stärken







