Bild eines Abendhimmels

Zuversichtlich und selbstwirksam

Es fällt nicht leicht, angesichts so vieler Probleme und Krisen weltweit die Hoffnung zu bewahren, dass sich die Welt nachhaltig verändern lässt. Ein Gefühl der Ohnmacht und der Vergeblichkeit schleicht sich in den Alltag – ein gefährlicher Zustand, der radikalen Kräften in die Hände spielt! Doch es gibt ein Gegenmittel: Selbstwirksamkeit. Positiv in die Zukunft zu blicken und gemeinsam ins Handeln zu kommen, ist ein zentraler Bestandteil von Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Im Kleinen zu erfahren, dass man etwas ändern kann, stärkt einen selbst für den nächst größeren Schritt – und beeinflusst auch das Umfeld. Dafür braucht es gleichermaßen Ideen wie Zuversicht. Hier kann etwa die Positive Psychologie helfen – die darauf abzielt, nicht gleich auf die Defizite unseres Lebens oder der Gesellschaft zu schauen, sondern das Gute in den Blick zu nehmen. Was war heute schön? Was hat dich ins Staunen gebracht? Worauf freust du dich heute? Fragen wie diesen kann man auch schon regelmäßig mit den Kindern nachgehen. Ein Gefühl des Miteinanders zu schaffen und gemeinsam wirksam zu werden, stärkt ebenfalls die eigene Psyche. Außerdem ist es vernünftig, immer mal wieder die schlechten Nachrichten rund um Katastrophen beiseite zu schieben und den Blick auf die positiven, langsameren Entwicklungslinien der vergangenen Jahrzehnte zu richten.

Leseempfehlungen:

Rutger Bergmann: „Im Grunde gut“ 

Ronja von Wurmb-Seibl: „Zusammen“

 

September 2026, Bild: Annika Voßen

 


3 Mülleimer für Papier (blau), Verpackung (gelb) und Restmüll (schwarz)

Mülltrennung im Kita-Alltag: Verantwortung für unsere Umwelt übernehmen

Die Mülltrennung ist in unserer Kita ein wiederkehrendes und fest verankertes Thema. Es ist uns ein besonderes Anliegen, Kinder frühzeitig für einen bewussten Umgang mit Ressourcen und den Schutz unserer Umwelt zu sensibilisieren. Im Alltag lernen die Kinder, verschiedene Abfälle zu unterscheiden und diese den entsprechenden Mülltonnen zuzuordnen. Dabei sprechen wir gemeinsam über die Entstehung von Müll, Möglichkeiten zur Müllvermeidung und die Bedeutung von Recycling.

Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) erfahren die Kinder, dass ihr eigenes Handeln Auswirkungen auf die Umwelt hat und dass jeder einen Beitrag zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen leisten kann. Durch regelmäßige Gespräche, praktische Übungen und die tägliche Mülltrennung entwickeln sie Verantwortungsbewusstsein und nachhaltige Handlungskompetenzen, die sie auch in ihren Familien und ihrem weiteren Lebensumfeld anwenden können.

Ev. Kita MorgenLand, Diakonie Michaelshoven, Köln


Kaulquappen in einem Aquarium

Kaulquappen beobachten und Natur hautnah erleben

Dank des Engagements einer Mutter hatten wir die besondere Möglichkeit, mit Genehmigung der Stadt Köln Kaulquappen in einem Aquarium zu beobachten. Die Kinder konnten die Entwicklung von der Kaulquappe bis zum Frosch über einen längeren Zeitraum verfolgen und die einzelnen Veränderungsprozesse täglich bestaunen. Das Thema „Frosch“ stieß in den Gruppen auf großes Interesse und wurde von den Kindern mit viel Neugier und Begeisterung aufgegriffen.

Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) konnten die Kinder die Zusammenhänge in der Natur unmittelbar erleben. Sie lernten, wie wichtig der Schutz von Lebensräumen und der respektvolle Umgang mit Tieren sind. Durch das Beobachten, Forschen und Gespräche über die Entwicklung der Kaulquappen wurde das Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge und die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur gestärkt.

Ev. Kita MorgenLand, Diakonie Michaelshoven, Köln


drei Kinder arbeiten in einem Hochbeet

Kinder gestalten nachhaltiges Lernen im Hochbeet

Gemeinsam mit den Kindern haben wir zwei Hochbeete aufgebaut und mit Erde befüllt. Anschließend besuchten wir eine nahegelegene Gärtnerei, in der die Kinder selbst Gemüsepflanzen und Kräuter auswählen und einkaufen konnten. Die ausgewählten Pflanzen wurden anschließend gemeinsam in die Hochbeete eingepflanzt. Seitdem übernehmen die Kinder die Pflege der Hochbeete weitgehend selbstständig. Sie gießen die Pflanzen regelmäßig, beobachten deren Wachstum und übernehmen Verantwortung für die Versorgung der Kräuter und Gemüsepflanzen. So erleben die Kinder unmittelbar, wie Lebensmittel wachsen, und entwickeln ein bewusstes Verständnis für Natur, Nachhaltigkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Ev. Kita MorgenLand, Diakonie Michaelshoven, Köln


Eine Plastikflasche, auf der ein Windrad mit dem Stab befestigt ist, aam anderen Ende des Stabs hängt ein Teebeutel.

Stromdetektive und -detektivinnen

Wir haben uns intensiv mit dem Thema Strom und Elektrizität beschäftigt. Gemeinsam schauten wir uns das Buch „Wie kommt der Strom zu uns ins Haus“ an. Wir haben uns den Fragen gewidmet: Was ist Strom? und Wie kommt der Strom überhaupt zu uns ins Haus? Wir haben viele Experimente zum Thema Energie gemacht, wie z. B. eine Windmühle als Motor für Lasten, Schlangentanz, Wasserrad. Wir haben einen Elektrobaukästen angeschafft, um den Kindern zu demonstrieren, wie ein Stromkreislauf funktioniert.

Anschließend gingen die „Stromdetektiv*innen“ im Haus auf Entdeckungstour, um verschiedene Stromquellen aufzuspüren. Die Kinder waren mit großem Eifer dabei und haben fleißig Fotos von ihren Entdeckungen gemacht. Sie haben Plakate gestaltet, um zu zeigen, wo wir Strom sparen können. Die Kinder sind sehr engagiert und erinnern sich regelmäßig gegenseitig daran, z. B. das Licht auszuschalten. Dazu haben wir gemeinsam Erinnerungsaufkleber auf allen Lichtschaltern angebracht.

FABIDO TEK Am Grenzgraben, Dortmund


Ein Kind hält ein Kunstwerk in der Hand, das aus Abfall gebaut ist.

Müll und Umwelt

Wir haben eine Ausstellung und einen Workshop im Dortmunder U besucht über die globalen Wege des Abfalls. Die Kinder haben sich ein Kamishibai angeschaut. Anhand eines Buches haben wir mit den Kindern thematisiert, wie wir Müll vermeiden können. Unsere Kinder haben sich dazu entschieden, dass wir unsere Mülltonnen im Haus besser kennzeichnen. Danach haben die Kinder aus verschiedenen Prospekten unterschiedliche Gegenstände ausgeschnitten, die dann auf Plakaten sortiert wurden. Wir waren in den Gruppen fleißig unterwegs, und jede Gruppe hat den Müll, der beim Frühstück entstanden ist, gesammelt, aus dem gesammelten Abfall haben die Kinder mit viel Fantasie großartige Kunstwerke gestaltet. Wir waren mit den Kindern in einem Lebensmittelgeschäft, um gezielt zu schauen: Welche Lebensmittel sind stark verpackt – und welche weniger? Die Kinder waren auf einem Ausflug zum Erdbeerpflücken, um einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und der Umwelt zu fördern. Auch ein Komposter steht nun draußen.

FABIDO TEK Am Grenzgraben, Dortmund


Plakat

Wasserpolizistinnen und -polizisten

Die Kinder wollten sich „Wasserpolizist*innen“ nennen. Wir haben Kappen mit Wassertropfen gebastelt. Die Kinder hatten viele Ideen und besprachen, wozu wir Wasser brauchen. Die Wasserpolizist*innen sind durch die Kita gegangen und haben überlegt, wo man gut Wasser sparen kann. Zum Beispiel beim Händewaschen, Zähneputzen oder bei der Nutzung von Regenwasser aus der Wassertonne. Die Kinder haben dazu Plakate gestaltet und damit viele Gespräche angeregt. So sind sie jetzt nicht nur in der Kita, sondern auch zu Hause „Patenkinder“ fürs Sparen. Die Kinder sind sehr engagiert und erinnern sich regelmäßig gegenseitig daran, z. B. beim Zähneputzen das Wasser abzudrehen.

Wir haben in den Waschräumen die Wasserventile gesäubert, haben Wasserproben gesammelt und die Proben unter dem Mikroskop angeschaut. Danach haben wir Wasser gefiltert und zum Schluss den Wasserführerschein durchgeführt.

Inzwischen haben wir durch das Projekt zwei Regentonnen auf dem Außengelände – eine neue wurde von den Vätern an unserem Holzhaus angebracht. Wir gießen die Pflanzen nun ausschließlich mit Regenwasser.

FABIDO TEK Am Grenzgraben, Dortmund


Ein kühlendes Handtuch, ein Handventilator, eine Sprühflasche und eine Zitrone.

Tipps für Hitze-Tage

Die tagelange Hitzewelle mit hoher Luftfeuchtigkeit Ende Juni hat erbarmungslos gezeigt, wie verletzlich wir Menschen und auch unsere Infrastruktur in Deutschland ist. Auf Temperaturen um die 35 bis 40 Grad am Tag und tropische Nächte mit über 25 Grad, die also keine Abkühlung bringen, sind wir immer noch nicht vorbereitet. Verloren ist der Kampf gegen die Klimakrise noch nicht – jedes Zehntel Grad Temperaturunterschied zählt und jede Tonne CO2 oder Methan, die wir nicht in die Atmosphäre pusten. Parallel dazu müssen wir uns aber anpassen an die neuen Realitäten, also gezielt auf Hitze- und UV-Schutz achten. Langfristig braucht es also mehr Bäume, Dachbegrünung, mehr Wasserspiele sowie entsiegelte Flächen. Außerdem (zusammen mit dem Träger) sollte man jetzt die Neuanschaffungen fürs kommende Jahr planen: Klimaanlage plus Photovoltaikanlage kombiniert – so lässt sich der hohe Strombedarf gleich abdecken. Im Alltag gibt es allerdings schon einfache Stellschrauben beim Hitzeschutz:

  1. Früh morgens querlüften.
  2. Außenrollos morgens schon runterlassen.
  3. Temperatur in den Räumen messen und gegebenenfalls Räume wechseln.
  4. Nur vormittags nach draußen gehen, dort für zusätzlichen Schatten/UV-Schutz sorgen.
  5. Es mittags ruhiger angehen lassen.
  6. Spielerisch zum Trinken animieren.
  7. Mahlzeiten auf leichte Kost und wasserhaltiges Obst/ Gemüse umstellen.
  8. Für Abkühlung sorgen mit Planschbecken, Sprühflaschen, feuchten Handgelenkwickeln aus alten Socken, feuchten Nackentüchern.
  9. Mit Familien Hitze und UV-Belastung thematisieren.
  10. Kinder bei extremen Innentemperaturen früher abholen lassen, wenn möglich.
  11. Auf Notfälle vorbereitet sein.

Juli 2026, Bild: WILA Bonn


Ein Kita-Flur mit einer Pinwand, auf der mehrsprachige Sprüche wie

Herausforderung Künstliche Intelligenz

Wir nutzen Künstliche Intelligenz, um Inspirationen für die Projektwoche zu bekommen, um Pflanzen im Wald zu bestimmen, Elternbriefe in einfache Sprache zu übertragen oder in andere Sprachen zu übersetzen, Stempel-Karten sowie passgenaue Lieder für das Weltreise-Sommerfest zu generieren,… Was vor ein paar Jahren noch wie ein fernes Zukunftsszenario klang, ist inzwischen Normalität: Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig und prägt vielerorts unseren (Arbeits-)Alltag. Tatsächlich kann KI – reflektiert und gezielt genutzt – bei der Dokumentation und Verwaltung ebenso unterstützen und entlasten wie bei der pädagogischen Vorbereitung oder der Kommunikation mit den Eltern. Bildung für nachhaltige Entwicklung lässt sich einerseits mithilfe von KI vermitteln und umsetzen, sollte sich aber andererseits auch kritisch mit ihr auseinandersetzen.

Wofür KI eingesetzt wird, darüber sollte sich die Kindertagespflegeperson bzw. das Kita-Team (mit dem Träger  zusammen) klar werden und eine KI-Leitlinie erstellen, in der konkrete Tools, Anwendungsfälle, Datenschutzvorgaben und Transparenzfragen festgehalten werden. Außerdem sollte neben der Qualifizierung der Mitarbeitenden auch das Zwischenmenschliche in den Blick genommen werden: Wie geht es dem Team mit solch neuen Technologien? Wie können unterschiedliche Haltungen und Kenntnisse auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden? Was Künstliche Intelligenz nicht ersetzen kann: Beziehungsarbeit, Empathie und spontanes Reagieren auf die Kinder.

Weitere Infos:

11. Juni 2026, Bild: KI generiert – Leonardo AI/Modell GPT2


An der Pinwand hängen Kinderkunstwerke zu Insekten, Bäumen und anderen Lebewesen

Bewusstsein für kleinste Lebewesen schaffen

Im Rahmen unseres Projektes „Gestaltung des KiTa Außengeländes zu einem naturnahen und vielfältigen Spiel-, Begegnungs- und Erfahrungsraum für Kinder und Aufwertung dieser Fläche zu einem vielgestaltigen und wirklichen Lebensraum“ konnten wir einen Teil der Fördergelder in Anpflanzungen stecken, die zu einem naturnahen Außengelände mit inzwischen vielfältigem Pflanzenbestand und unterschiedlichsten tierischen Besuchern führen. Über das ganze Jahr lassen sich jeden Tag neue, schöne Veränderungen beobachten, unterschiedliche Blüten, Samenstände, Insekten und Vögel. Die Kinder thematisieren oft in unterschiedlicher Weise, was sie beobachten, halten achtsam die kleinen, selbstgemachten Zäune zu Pflanzflächen in Ordnung und sind darauf bedacht, dass niemand Blumen abpflückt, da diese noch von Tieren als Nahrungsquelle gebraucht werden. Inzwischen haben wir sicherlich rund 30 Vogelarten, Bienen sowie vielgestaltige Schmetterlinge zu Gast und freuen uns, welches Bewusstsein die Kinder dafür haben.

DRK Kita Mahlberg, Bad Münstereifel Mahlberg


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