Herausforderung Künstliche Intelligenz
Wir nutzen Künstliche Intelligenz, um Inspirationen für die Projektwoche zu bekommen, um Pflanzen im Wald zu bestimmen, Elternbriefe in einfache Sprache zu übertragen oder in andere Sprachen zu übersetzen, Stempel-Karten sowie passgenaue Lieder für das Weltreise-Sommerfest zu generieren,… Was vor ein paar Jahren noch wie ein fernes Zukunftsszenario klang, ist inzwischen Normalität: Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig und prägt vielerorts unseren (Arbeits-)Alltag. Tatsächlich kann KI – reflektiert und gezielt genutzt – bei der Dokumentation und Verwaltung ebenso unterstützen und entlasten wie bei der pädagogischen Vorbereitung oder der Kommunikation mit den Eltern. Bildung für nachhaltige Entwicklung lässt sich einerseits mithilfe von KI vermitteln und umsetzen, sollte sich aber andererseits auch kritisch mit ihr auseinandersetzen.
Wofür KI eingesetzt wird, darüber sollte sich die Kindertagespflegeperson bzw. das Kita-Team (mit dem Träger zusammen) klar werden und eine KI-Leitlinie erstellen, in der konkrete Tools, Anwendungsfälle, Datenschutzvorgaben und Transparenzfragen festgehalten werden. Außerdem sollte neben der Qualifizierung der Mitarbeitenden auch das Zwischenmenschliche in den Blick genommen werden: Wie geht es dem Team mit solch neuen Technologien? Wie können unterschiedliche Haltungen und Kenntnisse auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden? Was Künstliche Intelligenz nicht ersetzen kann: Beziehungsarbeit, Empathie und spontanes Reagieren auf die Kinder.
Weitere Infos:
- WDR, Die Maus: „Was ist Künstliche Intelligenz?“
- SRF Kids „KI: Was ist Künstliche Intelligenz?“
- Kitalino: KI anwenden
- Stiftung Kinder forschen, Weiterbildung KI
- Deutsches Kinderhilfswerk: „KI und Kinderrechte“
- KI-Thesenpapier Bundesverband Kindertagespflege
11. Juni 2026, Bild: KI generiert – Leonardo AI/Modell GPT2
Bewusstsein für kleinste Lebewesen schaffen
Im Rahmen unseres Projektes „Gestaltung des KiTa Außengeländes zu einem naturnahen und vielfältigen Spiel-, Begegnungs- und Erfahrungsraum für Kinder und Aufwertung dieser Fläche zu einem vielgestaltigen und wirklichen Lebensraum“ konnten wir einen Teil der Fördergelder in Anpflanzungen stecken, die zu einem naturnahen Außengelände mit inzwischen vielfältigem Pflanzenbestand und unterschiedlichsten tierischen Besuchern führen. Über das ganze Jahr lassen sich jeden Tag neue, schöne Veränderungen beobachten, unterschiedliche Blüten, Samenstände, Insekten und Vögel. Die Kinder thematisieren oft in unterschiedlicher Weise, was sie beobachten, halten achtsam die kleinen, selbstgemachten Zäune zu Pflanzflächen in Ordnung und sind darauf bedacht, dass niemand Blumen abpflückt, da diese noch von Tieren als Nahrungsquelle gebraucht werden. Inzwischen haben wir sicherlich rund 30 Vogelarten, Bienen sowie vielgestaltige Schmetterlinge zu Gast und freuen uns, welches Bewusstsein die Kinder dafür haben.
DRK Kita Mahlberg, Bad Münstereifel Mahlberg
Nachhaltig tauschen – unser Kita-Tauschschrank ist da!
Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen – und genau hier setzen wir in unserer Kita an. Mit unserem neu eingeführten Tauschschrank möchten wir Kindern und Eltern einen bewussteren Umgang mit Konsum und Ressourcen näherbringen. Ob Bücher, Kleidung, Spiele oder kleine Alltagsgegenstände: Was die eine Familie nicht mehr braucht, kann für eine andere von großem Wert sein.
Der Tauschschrank steht allen Familien offen und wird regelmäßig neu bestückt. Über unser Padlet (Online Wochenrückblick) geben wir auch regelmäßig Einblicke in den Inhalt des Tauschschrankes. So schaffen wir eine einfache Möglichkeit, Dinge weiterzugeben, statt wegzuwerfen – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig lernen die Kinder, wie sinnvoll es ist, Ressourcen zu schonen und Gebrauchtem neues Leben zu schenken.
Ein kleiner Schrank mit großer Wirkung – für mehr Achtsamkeit im Alltag und ein verantwortungsvolles Miteinander.
Johanniter-Museumskita Lindlar
Das Aufleben der Natur erforschen
Leuchtende Frühblüher im Garten wie Krokusse oder Narzissen kündigen den Frühling an! Auf deren Blüten – wichtige erste Nahrungsquelle im Jahr – lassen sich jetzt auch hungrige Insekten wie Wildbienen beobachten. Im Wald kann man sich auf die Suche nach Buschwindröschen, Scharbockskraut, geflecktem Lungenkraut und hohlem Lerchensporn machen. Außerdem hört man dort in der beginnenden Paarungs- und Brutzeit so viele Vögel wie lange nicht. Einen guten Anlass, um mit den Kindern und Familien das farbenfrohe Aufleben der Natur und die Rückkehr von Summen, Brummen und Zwitschern zu erleben, bietet der Frühlingsanfang am 20. März oder der Internationale Tag des Waldes am 21. März. Der Waldausflug lässt sich auch mit kleinen Spielen auflockern. Wer findet (die meisten) Frühblüher? Wer kann beim Frühlingsquiz punkten? Mit den passenden Bestimmungs-Apps lassen sich außerdem neue Pflanzen und Vögel gemeinsam entdecken.
Weitere Infos:
- Quizze von Naturpark Detektive (nach Jahreszeiten)
- Quiz "Frühblüher" vom Nabu
- App „Flora Incognita“ zur Bestimmung von Pflanzen und Pilzen
- App "Merlin" zur Vogelstimmen-Bestimmung
- App "Vogelwelt" vom NABU
- Kampagne "Echte Leistungsträger" (Artenreichtum und wir)
März 2026, Collage © WILA Bonn
Rückblick – Ausblick
Die guten Neuigkeiten gleich zu Beginn: Unser BNE-Projekt „Nachhaltige Kita, nachhaltige Kindertagespflege“ geht in die nächste Runde. Es wird von Anfang 2026 bis Ende 2028 erneut zum Großteil durch Engagement Global gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zusammen mit Fachkräften aus 80 Kitas und 80 Kindertagespflegepersonen gehen wir in diesem Zeitraum der Frage nach, wie sich die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) lokal umsetzen lassen.
Damit wollen wir an den Erfolg des Vorgängerprojekts anknüpfen. Im vergangenen Durchlauf von 2023 bis 2025 konnten wir 103 Kitas und – erstmalig – 35 Kindertagespflegepersonen als „nachhaltig“ auszeichnen. Die inzwischen über 400 Praxisbeispiele der beteiligten Einrichtungen und Kindertagespflegestellen, die sich auf unserer Webseite in Rubriken sortiert finden, dienen allen Interessierten als Inspiration. Und weitere Beispiele, wie sich Nachhaltigkeit ganz einfach, spielerisch und niederschwellig im Elementarbereich umsetzen lässt, werden in den kommenden Monaten und Jahren folgen.
Außerdem freuen wir uns, dass wir die bereits ausgezeichneten Kitas und Kindertagespflegepersonen weiterhin in Vertiefungsworkshops und mit interessanten Infos zu BNE-Themen und BNE-Veranstaltungen begleiten können.
27. Januar 2026, Bild: Kita Heinrich-Brandhoff-Straße, Gelsenkirchen
Wiederwendbares Weihnachtsfenster
Im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich dieses Jahr aus alten Kartons und Resten von Bastelpapier ein „Weihnachtsfenster“ für jedes Kind und mit jedem Kind gebastelt. Einen Karton haben wir dafür in Weihnachtspapier verpackt und an jeder Klappe mit einem Griff aus Pfeifenreiniger versehen. Das Innenleben haben wir nur locker mit Resten von Bastelpapier ausgefüllt und ebenfalls ganz locker mit kleinen Basteleien bestückt – so können Eltern und Kids die Basteleien herausnehmen und als Weihnachtsschmuck nutzen oder verschenken, und jedes Papier ist wieder mit neuer Kreativität einsetzbar. Das Fenster selbst kann zur ungefährlichen Spielzeugkiste werden ohne Kanten und Ecken. Zudem habe ich nur aus Klorollen und kleinen Fruchtkörben Elche gebaut, wobei ich in die Körbchen Gesundes gelegt habe, besser als Schoko. Das alles kam gut an bei den Eltern.
Kindertagespflege von Annemarie Böhle-Schuck, Bonn
Multitalent Boden
Wenn wir uns mit dem Thema Natur befassen, fokussieren wir uns oft auf Bäume, Gemüsepflanzen, auf Vögel, Schmetterlinge und Bienen. Es lohnt sich aber, den Blick auch mal unter die eigenen Füße zu werfen: Was für eine Oberfläche sehen und spüren wir? Was für ein Erdboden ist das und wer lebt da? Das Thema Boden lässt sich sehr gut mit Kindern bearbeiten und bietet viele spannende Forschungsfragen und wichtige Erkenntnisse, die ganz verschiedene nachhaltige Themengebiete betreffen – Bodengesundheit und Biodiversität oder Ernährung, aber auch gerechte Bodenverteilung sowie Bodenschutz. Ideen für Experimente reichen von einer Erdboden-Landkarte über Forschungen mit der Becherlupe (Artenvielfalt) bis hin zu Verrottungsexperimenten von Abfall. Auch ein Experiment zum Thema Versiegelung und Wasserspeicherung fasziniert die Kinder. Hierfür braucht es allerdings ein paar Materialien und Vorbereitungszeit (vielleicht kann ja der Bau an ein Elternteil übertragen werden?). Sind die Acrylglas-Boxen aber erst einmal bestückt, lässt sich das Experiment mit einem abgestochenen Stück Grasnarbe einfach immer wiederholen. Wir haben es mal aufgebaut und gefilmt (siehe Instagram). Übrigens: Am 5. Dezember ist Weltbodentag.
Mehr Infos:
- WILA-Versickerungsexperiment auf Instagram
- Bodengesundheit verstehen – App vom EU-Projekt „LOESS“
- Online-Kurs Geheimnisvolles Erdreich entdecken
- Experiment Erdboden-Landkarte
- Boden-Atlas 2024 der Böll-Stiftung (mit anschaulichen Grafiken)
3. Dezember 2025, Bild: WILA Bonn
Kartoffel-Projekt
Garten und Hochbeete sind bereits fester Bestandteil des Alltags. Die Kartoffel eignet sich aufgrund ihres deutlichen Wachstums und der guten Lagerung und Verarbeitungsmöglichkeiten besonders für ein Saisonprojekt.
Zu Beginn betrachten die Kinder Pflanzkartoffeln, sprechen über Augen und Keime und wählen den Pflanzort. Je nach Platz nutzen wir Beete oder Kartoffelsäcke. Die Kinder setzen die Kartoffeln in geeigneter Tiefe, bedecken sie mit Erde und gießen sie. In den folgenden Wochen beobachten sie Blätter und Blüten und lockern bei Bedarf die Erde nach. Zur Ernte graben die Kinder die Knollen behutsam aus, zählen sie, wiegen sie und sortieren sie nach Größe. In der Küche kochen wir ein einfaches Gericht wie Pellkartoffeln mit Kräutern aus dem Hochbeet. Hygiene und sichere Handhabung werden zu Beginn besprochen und begleitet.
Inklusives Montessori Kinderhaus Reichswalde e.V., Kleve
Igelrettung im Garten
Ein verletzter Igel wurde direkt vor dem Kinderhaus gefunden. Eine Erzieherin hat das Tier artgerecht in einen gepolsterten Korb gelegt und umgehend in einer Igelrettungsstation untergebracht. Die akute Situation diente als pädagogischer Ausgangspunkt, um mit den Kindern über Lebensräume, Gefahren und Schutzmaßnahmen für Igel zu sprechen.
Zunächst besprechen wir, warum Igel Ruhe und Schutz brauchen und wie Erste Hilfe bei Wildtieren aussieht. Wir sammeln gemeinsam Ideen, wie unser Garten igelfreundlicher werden kann. Anschließend richten die Kinder mit dem Team ruhige Laub und Totholzecken ein, legen eine flache Wasserstelle an und markieren Wege, die nicht betreten werden. Ein einfacher Saisonplan erinnert an Schonzeiten. Füttern erfolgt nur nach fachlicher Rücksprache der Rettungsstation.
Inklusives Montessori Kinderhaus Reichswalde e.V., Kleve
Biotop im Glas
Die Kinder bringen häufig Fundstücke aus Garten und Wald mit. Diese Neugier nutzen wir, um einen kleinen geschlossenen Lebensraum im Glas anzulegen und Veränderungen über Wochen zu beobachten.
Gemeinsam bereiten wir Schraubgläser vor und sprechen über Licht, Wasser und Luft. Die Kinder schichten eine dünne Drainage aus kleinen Steinen, darauf etwas Sand und anschließend Gartenerde. Moos und kleine, ungefährliche Pflanzen werden eingesetzt und behutsam angegossen. Die Gläser stehen hell, jedoch nicht in direkter Sonne, damit kein Hitzestau entsteht. In festen Abständen betrachten wir Kondenswasser, neues Wachstum und Veränderungen der Farben. Wir sprechen darüber, warum im geschlossenen System nur selten gegossen werden muss und weshalb Tiere im Glas nichts zu suchen haben.
Inklusives Montessori Kinderhaus Reichswalde e.V., Kleve









