Kinder präsentieren ihre selbstgebastelten Püppchen

Wir lernen die jezidische Kultur kennen

Einige Familien kommen aus dem Iran oder der Türkei und sind Jeziden. Darüber wissen wir nicht so viel, und wir fragen einige Mütter, ob sie uns ein bisschen über ihre Kultur erzählen können. Während eines Elterncafés erzählen sie, dass es in ihrer Religion keine Schriften gibt und alles mündlich überliefert wird. Im Frühling findet ihr größtes Fest statt, da beginnt für sie das neue Jahr. Traditionell werden in den Familien dann auch Eier gefärbt. Eine der Mütter erzählt, dass sie in ihrer Kindheit sehr wenig materiellen Besitz hatten und sie sich Spielsachen selbst gebastelt haben. Das möchte sie den Kindern vermitteln: Sie zeigt uns Schritt für Schritt, wie wir Püppchen aus Eisstielen basteln können, so wie sie es als Kind gemacht hat. Alle haben großen Spaß dabei und die Mutter erzählt uns währenddessen, was und wie sie in ihrer Kindheit gespielt hat. Anschließend wurden gemeinsam mit den Kindern Kutalik gekocht, eine Art Maultauschen.

FABIDO Kita Bornstraße, Dortmund


Leinwände mit Kindergesichtern aus unterschiedlichen Materialien, wie Knöpfe

Wir sind Kinder einer Welt

Immer montags und freitags treffen wir uns mit allen Gruppen bei einem gemeinsamen Morgenkreis im Flur. Gemeinsam haben wir das Lied „Wir sind Kinder einer Welt“ kennengelernt. Außerdem haben wir uns immer auf einer anderen Sprache begrüßt und verabschiedet. Die Kinder durften vorher abstimmen, welche Sprache es dieses Mal sein sollte. Besonders viel Spaß hatten die Kinder beim Basteln von den verschiedenen Flaggen. Diese unterstützen uns nun immer bei dem Lied. Wir bringen den Kindern näher, dass es eine Vielfalt von Ländern gibt, wir jede Herkunft respektieren sollten und jegliche Herkunft gut und eine Bereicherung ist. Auch die Eltern haben wir bei dem letzten Elternabend in einer gemeinsamen Aktion miteinbezogen: In jeder Gruppe wurden Bilder mit verschiedenen Materialien gestaltet, die die Vielfalt von Kindern und Menschen verdeutlichen. Passend zu unserem neu erlernten Lied „Wir sind Kinder einer Welt“ wurden einige Leinwände beschriftet. Alle gemeinsam gestalteten Kunstwerke hängen nun in der Kita aus und können bestaunt werden.

DRK-Kita und -Familienzentrum Marsberg


Auf farbigen Pappen wird ein fröhliches Ende des Ramadan gewünscht.

Entdecken und leben von unterschiedlichen Weltanschauungen und Religionen

Als interkulturelles Haus mit Wertschätzung für verschiedene Religionen und Weltanschauungen möchten wir ab diesem Jahr Ramadan und das Zuckerfest in unseren Jahresplan mit aufnehmen. Wir werden in Zukunft allen Familien einen gleichen Raum für die wichtigsten Feierlichkeiten ermöglichen. Dies soll den Kindern aufzeigen, dass sie zwar unterschiedlich, aber dennoch gleichwertig und gleichberechtigt sind.

Wir nutzen die Fastenzeit, um durch Angebote, die Kulturen, Sprachen und Feste anderer Länder und Religionen kennenzulernen. Ein Aushang informiert die Eltern mit Hintergrundwissen. Verschiedensprachige Bücher werden vorgelesen und sich über die Vielfalt der Sprachen unterhalten. Eine Kamishibai – Geschichte erklärt die Bedeutung des Ramadans. Mit Kreativangeboten werden Dekorationen und Kopfschmuck für das Fest hergestellt. Wir feiern gemeinsam ein typisches Zuckerfest mit mitgebrachten Speisen und Tänzen.

Städtische Kindertageseinrichtung Alsfeld


Speiseplan mit typischen Gerichten aus Marokko, Serbien, Italien und Deutschland

Kulturelle Vielfalt in unserer Kita

Kürzlich fand eine internationale Woche statt, die ganz im Zeichen der kulturellen Vielfalt stand. Unsere Mitarbeiterinnen, die aus anderen Herkunftsländern kommen, bereiteten an jedem Tag dieser Woche typische Landesgerichte ihrer Heimat für das gemeinsame Mittagessen zu.

Von Cevapcici über Pizza hin zu marokkanischen Köstlichkeiten - die Kinder konnten täglich neue Gerichte und Aromen probieren. Es kamen auch lebendige Gespräche über verschiedene Esskulturen, Gewohnheiten und Bräuche der verschiedenen Kulturen zustande. Diese Woche war ein guter Start, um tiefer in das Thema „Kulturelle Vielfalt in unserer Kita“ einzusteigen.

Evangelisches Familienzentrum Troisdorf


Kinder bilden auf der Weltkarte die verschiedenen Herkünfte ab.

So vielfältig ist unsere Kita

Eine Landkarte zur Darstellung der Vielfalt in unserer Kita. Zurzeit haben wir Kinder und Mitarbeitende aus den Herkunftsländern Vietnam, Polen, Georgien, Afrika, Russland, Ukraine, Italien und Deutschland. Besonders wenn die Kinder aus dem Urlaub aus ihren Heimatländern zurückkehrten, wurden die unterschiedlichen Heimatländer im Morgenkreis thematisiert. Auf einem kleinen Globus versuchten die Kinder zu zeigen, wo ihr Heimatland liegt. Um das zu vereinfachen, entstand der Wunsch, eine große Landkarte zu besorgen. Wir fanden eine gebrauchte große Landkarte bei eBay Kleinanzeigen. Eine Ehrenamtliche Person fertigte für uns eine praktische Holzhalterung an, sodass wir die Karte jederzeit von der Wand nehmen können und mit den Fotos der Kinder, Mitarbeitenden und Tieren gestalten, besprechen und bestücken können.

Lotus Kinderkrippe, Hannover


Das Eingangsplakat in der Kita mit den dazugehörigen Flaggen.

Perspektiven wechseln

Wir haben im Eingang der Einrichtung eine Weltkarte „Perspektiv Wechsel“ aufgehängt. Dort haben wir die Länder aller Familien in unserer Einrichtung mit der landestypischen Flagge markiert. Die Eltern haben uns an je einem Tag ihre Kultur vorgestellt. Sie haben Bilder von ihrer Heimat gezeigt und Geschichten in ihrer Muttersprache vorgelesen. Wir haben Musik und Tanzvideos gehört und gesehen. Wir haben zusammen gebacken und Mittag gegessen. Als Abschluss haben wir ein Fest mit Buffett veranstaltet, an dem alle Familien eine landestypische Speise mitgebracht haben.

DRK Kita Victoria, Kronberg


Ausschilderung für Lesezeiten in verschiedenen Sprachen

Vorlesen in Muttersprachen

Da wir ein multikulturelles Team sind und auch Kinder aus vielen verschiedenen Familien zu uns kommen, wollen wir diese Vielfalt vor allem als Bereicherung für die Eltern und Kinder nutzen. Den Kindern macht es viel Freude, Geschichten in der eigenen Muttersprache zu hören. Gleichzeitig geben wir den Fachkräften und Eltern die Möglichkeit verschiedene Bilderbücher in unterschiedlichen Sprachen kennenzulernen und für den Alltag zu nutzen.

Die Bereitschaft der Eltern vorzulesen ist groß und die Kinder, aber auch die Eltern nutzen gerne das Angebot.

DRK Familienzentrum Weilerswist Süd


Eine Mutter liest ihrem Kind vor

Vorleseaktion: Vorlesen in der Muttersprache

Wir begleiten Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und Muttersprachen in unserem Haus und so entstand die Idee, in unserer Bücherwoche jeden Tag Eltern einzubeziehen, die ein Buch in ihrer Muttersprache vorlesen. Die Eltern nutzen ihre eigenen Sprachkenntnisse, um in ihrer Muttersprache den Kindern vorzulesen und ihnen so Zugang zu ihrer Kultur und Sprache zu verschaffen. Durch das Vorlesen in einer anderen Sprache wurde ein Gefühl von Zugehörigkeit und Verständnis für ihre Kultur vermittelt. Zusätzlich konnten sie sich am dialogischen Lesen beteiligen, indem die Kinder aktiv in die Vorlesegespräche einbezogen wurden. Hier arbeiteten auch Kita und Eltern zusammen, um kulturell relevante Bücher zu integrieren und die Vielfalt in der Kita zu fördern. Wir besuchen einmal im Monat die städtische Bibliothek und die Kinder füllen dann den Leserucksack mit ihren Büchern, um auch hier partizipativ zu agieren. Thematisch stellte uns die Bibliothek schon Bücher zusammen was sehr hilfreich war.

Johanniter Kita der Kinderakademie, Eberswalde


Eine ausgehängte Weltkarte im Flur.

Kulturelle Vielfalt sichtbar machen

Durch das bewusste Einbinden verschiedener Sprachen und Traditionen lernen Kinder früh Offenheit und Respekt anderen Kulturen und Menschen gegenüber. Um die Vielfalt in unserer Einrichtung sichtbar zu machen visualisieren wir die Wurzeln der Kinder:

Jedes Kind erhält ein Portfolio-Blatt, auf dem es gemeinsam mit der Familie die sprachlichen und kulturellen Wurzeln festhält. Neue Familien bekommen dieses Blatt im Rahmen der Aufnahme – so werden alle von Anfang an eingebunden. Die enthaltenen Informationen visualisieren wir (anonym) auf einer großen Kork-Weltkarte im Flur. Dort markieren Pins die entsprechenden Herkunftsländer. Auf einer weiteren Tafel sammeln wir die Familiensprachen.

Zusätzlich laden wir Eltern ein, in ihrer Muttersprache vorzulesen oder von ihren Wurzeln zu berichten. Diese Aktion macht kulturelle Identität sichtbar, fördert das Miteinander und unterstützt Kinder darin, stolz auf ihre Herkunft zu sein. Die Karte aus Kork lässt sich jedes Jahr nachhaltig anpassen.

Städtische Kita Weidenstraße, Niederkassel


Puppen unterschiedlicher Hautfarbe und Geschlechts

Puppen, die Wirklichkeit abbilden

Das Thema Geschlechtergerechtigkeit und Vielfalt ist wichtig für uns. Wir haben daher Puppen unterschiedlichen Geschlechts und mit unterschiedlicher Hautfarbe. Außerdem haben wir neue Bücher zum Thema angeschafft und Holzpuzzles besorgt, die den Aufbau des menschlichen Körpers zeigen – Skelett, Organe etc. – in der Version "Mädchen" und "Junge".

AWO Kita Nordstraße, Velbert


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