Frei entscheiden dürfen
Zum Thema Chancengleichheit haben wir uns zwei neue Bücher angeschafft: „Farben sind für alle da“ und „Herr Seepferdchen“. Bei den Kindern kamen die Bücher sehr gut an. Wir haben uns die Bücher angeschafft, weil mir aufgefallen ist, dass die Kinder schon früh in typischen Männer- und Frauenberufen spielen. Und mir ist auch aufgefallen, dass viele Eltern den Kindern diese typische Richtung vorgeben und vorleben. Mir ist es sehr wichtig, den Kindern die Chance zu geben, frei zu wählen. Beim Lesen der neu angeschafften Bücher war es ganz toll, den Kindern zu zeigen, dass es eine Postbotin, eine Polizistin oder einen Pfleger gibt. Bei den Eltern gab es gemischte Meinungen, manche taten sich schwer mit unserem Thema Geschlechtergerechtigkeit. Wir haben an einem Tag nur mit Puppen und an einem anderen Tag nur mit Baggern und Autos gespielt. Der Tag mit den Puppen kam nicht so gut an wie der Tag mit den Autos, was ich schade fand. Aber ich werde mich in Zukunft sehr dafür einsetzen, dass Kinder in meiner Tagespflege frei entscheiden dürfen.
Kindertagespflege „Blumenwiese“ von Nadine Pfennings, Millen
Die wandernden Buchkisten
Wir haben vier Buchkisten zu den Themen „Gefühle“, „Freunde“, „Familie“ und „Das bin ich“ zusammengestellt, auch einige englischsprachige Bücher. Die Bücher spiegeln die Diversität der Lebenswirklichkeiten wider. Es gibt Bücher, die das Thema „anders sein“ aufgreifen, verschiedene Familienmodelle thematisieren oder Geschichten über Gefühle erzählen. In den Geschichten gibt es Vertrautes und Neues, und Fragen kommen auf.
Jede Kiste bleibt ca. zwei Wochen in der Gruppe. Dann wandert sie weiter und eine neue Kiste kommt in die Gruppe. Die Bücher können einige Tage ausgeliehen werden. Dabei ist es wichtig, dass sie gemeinsam in der Familie und in der Gruppe gelesen und angeschaut werden, gemeinsame Lesezeit. Themen aus den Büchern werden im Betreuungsalltag aufgegriffen, zum Beispiel Backen für das Zuckerfest, Verkleiden, bewusster Umgang mit Gefühlen.
Die Buchkisten können mit „neuen“ Büchern erweitert werden. Die Kinder können eigene Bücher zum Verleihen in die Kisten legen.
Kindertagespflege von Sylvia Martinez, Ratz und Rübe im "Alten Waschhaus", Bonn
Klischeefrei fängt früh an
Mit dem Buch „Mein großes Berufe Wimmelbuch“ von Max Walther sind wir ins Thema „Klischeefrei“ eingestiegen. In dem Buch sind uns insbesondere folgende Figuren aufgefallen:
- Hannah, die bei der Müllabfuhr arbeitet
- Tom, der Hausmann und Vater ist
- die IT-Spezialistin Emely und ihre Partnerin sowie
- Sarah, die Baggerführerin.
Diese Figuren haben uns gezeigt, wie vielfältig die Menschen und wie bunt die Welt ist. Es ist wichtig, sich frei von Geschlechterklischees zu machen und tun zu können, was jeden selbst glücklich macht.
Höhepunkt dieses Projekts war unser Besuch bei der örtlichen Berufsfeuerwehr. Hier sind wir der Frage, was genau Feuerwehrleute so machen, auf den Grund gegangen. Wir durften uns die gesamte Wache anschauen und die Auszubildende Julia hat uns erklärt und vorgeführt, was sie bei einem Einsatz anziehen muss. Krönender Abschluss war für die Kinder das Spritzen mit dem Löschschlauch.
Kindertagespflege Pusteblumenkids von Tina Momberger, Bonn
Geschlechtergerechtigkeit
Ein wichtiges Thema in meiner Kindertagespflege ist die Geschlechtergerechtigkeit. Es werden alle Kinder darin bestärkt, dass sie frei in ihrer Wahl sind und es keine festen Vorgaben nach Geschlecht gibt für Vorlieben im Spiel, Kleidung, Aussehen oder auch für spätere Berufe. Dafür haben wir jetzt mehrere neue Bücher und Spiele angeschafft, in denen die Kinder sehen, das jeder Beruf für jedes Kind möglich ist, z.B. das Klischeefrei – Wimmelbuch und Memory Spiel.
Ein großes Ereignis war der Besuch der Feuerwehr und auch da haben wir gesehen, dass sowohl Männer wie auch Frauen den Beruf ausüben können. Ebenso ist es für die Kinder selbstverständlich, dass es ganz verschiedene Formen von Familie gibt. Nicht nur Kinder, die Mama und Papa haben, sondern auch Papa und Papi und Mama und Mami oder auch Soloeltern.
Kindertagespflege Krümelkiste von Astrid Schottel, Wesseling



