Bachtage
In unserer Großtagespflege sind wir gerne und viel mit den Kindern draußen. In der näheren Umgebung bieten sich dafür verschiedene Spielplätze und ein großer Park an. Doch am liebsten sind unsere Kinder am Bach und möchten dort spielen und entdecken. Deshalb haben wir einen festen Bachtag eingeführt. Einmal in der Woche frühstücken wir am Bach und verbringen den ganzen Vormittag dort.
Die Kinder können im Wasser spielen und dabei schon verschiedene kleine Tiere und Insekten finden. Besonders die ganz kleinen Tierchen haben es den Kindern angetan, z.B. Ameisen und Feuerkäfer. Auch kleine Mäuse und Vögel haben die Kinder schon entdeckt. Bei jedem Ausflug finden die Kinder wieder neues, wie einen kleinen Mäusetunnel oder einen Ameisenhügel.
Die Kinder lernen, wo und wie kleine Tiere und Insekten leben und gleichzeitig auch, dass ihr Zuhause geschützt und wertgeschätzt wird. Zum Beispiel dürfen Mäuselöcher nicht zugemacht werden oder Ameisenhügel nicht zertreten.
Kindertagespflege „Ratz und Rübe“ von Silke Gummersbach, Bonn-Castell
Die Kraft des Löwenzahns
Wir schauen uns an, was der Löwenzahn so alles kann. Er wächst und dient Bienen und anderen Insekten als Nahrungsquelle. Aber er kann einiges mehr: Mit dem weißen Saft machen wir uns Sommersprossen wie Pippi Langstrumpf. Darüber hinaus blüht er im Frühjahr und ziert einige Köpfe mit Kränzen, so auch bei uns. Eingekochte Blüten verwandeln wir in Löwenzahnhonig fürs Frühstücksbrot. Im Salat findet er mit anderen Kräutern mit seinem leicht bitter-würzigen Geschmack seinen Platz - als Kräuterpädagogin wird bei mir stets einiges aus der Natur gesammelt und mit nach Hause in die Küche gebracht.
Seiner Zauberkraft des Verwandelns auf der Spur tauchen wir ihn sogar in ein Wasserglas, denn dort wird seine Kraft als Pusteblume deutlich. Es drückt ihn zusammen, aber dank seiner wasserabweisenden Eigenschaften kommt er quasi trocken und komplett wieder heraus. Welch ein Wunder. Und wusstet ihr, dass er sich auch zu Locken kringeln kann, wenn wir den Stiel aufschneiden und ins Wasser legen? Eine Seite des Stängels nimmt viel Wasser auf, die Außenseite dagegen deutlich weniger, und somit kringelt sich die Innenseite nach außen. Der Löwenzahn ein toller Künstler der Natur und vor allem für Kinder besonders magisch.
Kindertagespflege Spielraum von Dietrun Geske, Köln Riehl
Erlebnisreiche Waldtage
Wir machen regelmäßig Waldtage. Käfer werden beobachtet, vielleicht in die Hand genommen, aber immer zurück in den Lebensraum gesetzt. Schnecken werden vom Weg geräumt, damit keiner auf sie tritt. Pusteblumen werden gesucht und gepustet. Und es gibt auch die Erfahrung, dass Brennnesseln weh tun. Wir schauen uns die Pflanze genau an, damit wir das nächste Mal vorsichtig sind. Um die Geräusche im Wald zu hören, müssen alle ganz still sein.
Der Wald wird zum Spielplatz. Wir suchen ein Haus und machen „Feuer“, um „Würstchen“ zu grillen. Auf Baumstämmen wird balanciert und davon heruntergesprungen. Es werden Stöcke, Zapfen und andere Naturmaterialien zum Basteln gesammelt.
Im Wald wird kein Müll hinterlassen. Wir müssen jedes Taschentuch, Verpackungen vom Picknick und auch Essensreste in unserer alten Mülltüte sammeln und zum Mülleimer bringen – die Kinder werden hier bewusst einbezogen. Zum Abschluss werden noch die Rehe im Wildgehege gefüttert. Das Futter gibt es aus dem Automaten. Aber das nächste Mal bringen wir unsere eigenen Becher zum Befüllen mit.
Kindertagespflege von Sylvia Martinez, Ratz und Rübe im "Alten Waschhaus", Bonn
Naturverbundenheit von Anfang an
Für mich ist es wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, die Natur und unsere Umwelt mit allen Sinnen frei wahrnehmen und erforschen zu können, ebenso wie ihnen einen respektvollen Umgang mit Pflanzen und Lebewesen vorzuleben. Wir machen regelmäßig Ausflüge ins Waldstück am Godesberger Bach und auf den Bauernhof Gut Marienforst. Im Frühjahr haben wir wieder erlebt, wie das viele braune Laub dem frischen Grün der neuen Pflanzen wich, wie die kahlen hohen Bäume wieder ein saftiges grünes Blätterdach bildeten und das Sonnenlicht anders durch die Blattkronen bricht. Wir haben dem Vogelgesang gelauscht und versucht, den Specht zu entdecken, der sehr fleißig klopfte. Sogar die ersten Libellen haben wir beobachten können. Auf dem Bauernhof haben wir die neuen Kälber gefüttert und festgestellt, dass sie viel kleiner sind als die ausgewachsenen Kühe. So werden von Anfang an eine gute Verbindung zur Natur aufgebaut, vielfältige Sinneserfahrungen geboten und ganz nebenbei Zusammenhänge hautnah erfahren.
Kindertagespflege Otterbau von Anna Otten, Bonn
Beobachtungen im Wald und Garten
Ich mache mit den Kindern regelmäßig Ausflüge in den Wald. Außerdem schauen wir uns die Krötenwanderung in meiner Straße an, die jedes Jahr stattfindet. Die Kröten überqueren die Straße vom Wald aus und spazieren zu einem See. Wir sind auch in meinem Garten und gucken uns zum Beispiel die Ameisen an, die sich einen Hügel gebaut haben. Außerdem pflanzen wir zusammen auch regelmäßig Blumen ein und schauen uns das Insektenhaus im Garten an. Wir haben auch einen Kater, der uns jeden Tag begleitet.
Die Kinder beobachten den Garten in den vier Jahreszeiten. Dabei können sie jede Veränderung der verschiedenen Jahreszeiten anschauen und miterleben.
Kindertagespflege Waldnest von Adina Drotleff, Bonn
Unsere Waldwoche
Wir haben uns eine komplette Woche lang dem Thema Wald gewidmet. Während dieser Zeit haben wir täglich einen Sitzkreis gestaltet mit Büchern zum Thema Wald und Waldtieren. Es wurden einige Waldtiere gebastelt. Der Höhepunkt dieser Woche war unser Waldtag. Hier haben alle Kinder Käfer angeschaut, Blätter und Tannenzapfen gesammelt und Vögel in den Bäumen beobachtet. Unsere gesammelten und gebastelten Werke konnten die Eltern am Ende der Woche auf einem Tisch bewundern.
Kindertagespflege Zwergenstube Duisdorf von Anna Schmitz, Bonn
Grasköpfe
Ich habe mit meinen Tageskindern im Wald die verschiedenen Stadien der Zersetzung der Baumstämme angeschaut und verglichen. Von einem stark verrotteten Baumstamm haben wir genug frische Erde gesammelt für unser neues Projekt „Grasköpfe“. Diese werden folgendermaßen hergestellt: In den Fuß einer kaputten Nylon-Strumpfhose werden als erstes zwei Kinderhände voller Gras-Samen gegeben. Auf diese kommt die gesammelte Erde, bis ein Kopf entsteht. Nun wird die Erde mit Kraft in den Strumpf geschlagen, damit sich der Kopf fest in die Strumpfhose drückt (nur so kommt das Gras durch die Maschen). Danach das Strumpfende so nah wie möglich am Kopf verknoten. Als nächstes die Haar-Samen gleichmäßig verschieben. Nun die Nase heraus kneten und mit Faden an der Engstelle umwickeln. Verzierte Senfgläser dienen als Kopfhalter (hier mit Bast beklebt). Nun täglich den Kopf an dem losen Ende festhalten und in eine Wasserschüssel tauchen. Projektende: Die Grasköpfe werden jetzt bei den Kindern zu Hause gepflegt und das nachwachsende Gras wird mit den Eltern zusammen gekürzt.
Tipps: Es geht auch mit Blumenerde. Auf das Verfallsdatum der Gras-Samen achten!
Kindertagespflege „Kleine Vorwitznasen“ von Christiane Neuß, Bonn






