Spielen mit Alltagsmaterialen
Zu Beginn des Projekts wurden die Spielzeuge der Gruppen, begleitet von den Kindern, in den „Urlaub“ geschickt und durch Alltagsmaterialien wie Kartons, Joghurtbecher und Papprollen ersetzt. Durch diesen Austausch erkannten die Kinder unter anderem, dass diese vermeintlich nutzlosen Gegenstände vielfältig einsetzbar sind, sich als Spielmaterial eignen und somit auch einen Wert besitzen. Parallel dazu setzten sie sich unter dem Thema „Einkaufen“ mit der Frage auseinander, welche Produkte zum Leben notwendig sind, also Verbrauchsgüter, und welche als Konsumgüter gelten. Mithilfe eines Bildkartensets konnten sie den Weg des Apfels vom Baum bis in den Supermarkt nachvollziehen. Höhepunkt des Projekts war jedoch der eigenständige Bau eines Kaufladens aus Kartons sowie das Bemalen des Ladens und der Verkaufsstände. Die Kinder wurden dabei kreativ, indem sie eigene Werbung gestalteten und Waren bastelten. Der Kaufladen wurde anschließend weit über den Projektzeitraum hinaus intensiv genutzt.
DRK Familienzentrum Märchenschloss, Gronau, 2026
Bewegte Welt
Zu Beginn des Projekts „Bewegte Welt“ wurden im Eingangsfoyer auf einem Tisch Bildkarten ausgelegt, die veranschaulichten, wie die Kinder zur Einrichtung gelangt waren. Kinder und Eltern konnten morgens jeweils einen farbigen Stein in die Behälter der entsprechenden Mobilitätsart einwerfen, was gut angenommen wurde und durch die gleichzeitige Teilnahme des Familienzentrums an der Aktion „Kindermeilen“ zusätzlich unterstützt wurde. Daraufhin fand eine Erörterung mit den Kindern statt, in der besprochen wurde, welche Fortbewegungsmittel gesund und umweltfreundlich sind. Ziel war es, ein Bewusstsein für nachhaltigere Mobilitätsformen zu schaffen. In einer weiteren Aktivität imitierten die Kinder Bewegungsarten, die Muskelkraft oder Motoren erfordern, und brachten dabei ihr Wissen ein. Darüber hinaus wurden zusätzliche Anknüpfungspunkte zum Thema umweltbewusste Mobilität gesetzt, etwa durch ein Kreativangebot rund um das Fahrrad und den „Roller-Führerschein“.
DRK Familienzentrum Märchenschloss, Gronau, 2026
Natur- und Umweltwochen
Im Vorfeld der „Natur- und Umweltwochen“ entschieden sich die Kinder der Gruppen für die Aufzucht von Insekten, darunter Wildbienen, Marienkäfer und Schmetterlinge; in einem Fall wählten sie die Einrichtung einer Regenwurmkiste. Im Verlauf des Projekts konnten die Kinder durch Beobachtungen ein erstes Verständnis der Lebenszyklen der Insekten sowie der Abläufe der Metamorphose entwickeln. Parallel dazu wurde mit den Kindern anhand von Bilderbüchern und anderen Materialien die Bedeutung dieser Tiere für das ökologische System erörtert. Da die Kinder sich um die Tiere kümmerten, wurden ihre Fähigkeiten zur Verantwortungsübernahme sowie der respektvolle Umgang mit kleinen Lebewesen gefördert. Bei der Regenwurmkiste konnte darüber hinaus beobachtet werden, wie sich aversive Gefühle wie Angst oder Ekel bei den Kindern reduzierten oder vollständig abbauten. Das Projekt wurde durch geeignete Kreativangebote begleitet und mit der Freilassung der Insekten in die Natur abgeschlossen.
DRK Familienzentrum Märchenschloss, Gronau, 2026
Wer krabbelt hier?
Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprojekts erforschten die Kinder die Artenvielfalt auf unserem Kindergartengelände und in der Umgebung. Durch Beobachten, Fragen, Forschen und Dokumentieren entwickelten sie Neugier, Wissen und Verantwortungsbewusstsein für die Natur. Gemeinsam errichteten wir aus Ästen und dem Holz eines gefallenen Baumes eine Totholzhecke. Dabei erfuhren die Kinder, dass Totholz vielen Tieren Nahrung, Schutz und Lebensraum bietet. Entdeckte Tiere wurden fotografiert und auf unserer Infotafel dokumentiert – so entstand eine eigene Sammlung der Artenvielfalt.
Bei einem Ausflug zu den Ameisenhegern im Sulzbacher Wald erforschten die Kinder die Lebensweise und Zusammenarbeit der Ameisen. Zurück im Kindergarten beobachteten sie verschiedene Ameisenarten an einer Forschungsstation. So wurde Nachhaltigkeit unmittelbar erlebbar: Die Kinder lernen durch eigenes Tun, entdecken Zusammenhänge und erfahren, dass auch ihr Handeln zum Schutz von Lebensräumen und Artenvielfalt beiträgt.
Natur- und Bauernhofkindergarten Lindenhof, Niedernberg, 2026
Die Energie, die uns umgibt
Welches Thema interessiert uns so sehr, dass wir es genauer erforschen möchten? In einer Kinderkonferenz stimmten die Kinder demokratisch für unser Projektthema ab – die Wahl fiel auf Energie. Gemeinsam erforschten wir, wo uns Energie im Alltag begegnet, wofür wir Strom benötigen und wie wir ihn bewusst einsetzen können. Wir sprachen über Stromsparer und Stromfresser und entwickelten Ideen zum Energiesparen im Kindergarten und zu Hause.
Besonders spannend war die Sonnenenergie: Mit einer Solarplatte brachten die Kinder einen Stromkreis zum Laufen, im selbst gebauten Solarofen bereiteten sie kleine Speisen zu. Solartrichter und UV-Perlen machten die Kraft der Sonne unmittelbar erlebbar und boten Anlass, über Sonnenschutz zu sprechen. Aus einer alten Trocknertrommel entstand außerdem ein stromloser Erdkühlschrank. Die Kinder erlebten: Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen wertzuschätzen und kreative Lösungen zu finden.
Natur- und Bauernhofkindergarten Lindenhof, Niedernberg, 2026
Pesto, Eis und Traubensaft – selbstgemacht
Wo wachsen unsere Lebensmittel eigentlich – und welchen Weg legen sie zurück, bevor sie bei uns auf dem Teller landen? Diesen Fragen gingen wir im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprojekts gemeinsam mit den Kindern auf den Grund. Im Kindergartenalltag erleben die Kinder bereits, wie vielfältig gesunde Ernährung und gemeinsames Kochen sein können. Nun richteten wir den Blick auf die Herkunft unserer Lebensmittel. In unseren Vorschulbeeten wächst eigenes Gemüse, und aus selbst gesätem Weizengras stellten wir köstliches Pesto her. Auf dem Wochenmarkt in Aschaffenburg entdeckten die Kinder regionale und saisonale Produkte. Aus unverpackten, regionalen Erdbeeren zauberten wir gemeinsam Eis – selbst gemacht und anschließend mit besonderer Wertschätzung genossen. Auch unsere Familien wurden in das Projekt einbezogen: Frisch geerntete Weintrauben aus einem Garten wurden gemeinsam zu leckerem Traubensaft verarbeitet. So wurde Nachhaltigkeit für die Kinder unmittelbar erlebbar. Sie entdecken, wo Lebensmittel wachsen, was „regional und saisonal“ bedeutet und warum kurze Transportwege gut für unsere Umwelt sind.
Natur- und Bauernhofkindergarten Lindenhof, Niedernberg, 2026





