Die tagelange Hitzewelle mit hoher Luftfeuchtigkeit Ende Juni hat erbarmungslos gezeigt, wie verletzlich wir Menschen und auch unsere Infrastruktur in Deutschland ist. Auf Temperaturen um die 35 bis 40 Grad am Tag und tropische Nächte mit über 25 Grad, die also keine Abkühlung bringen, sind wir immer noch nicht vorbereitet. Verloren ist der Kampf gegen die Klimakrise noch nicht – jedes Zehntel Grad Temperaturunterschied zählt und jede Tonne CO2 oder Methan, die wir nicht in die Atmosphäre pusten. Parallel dazu müssen wir uns aber anpassen an die neuen Realitäten, also gezielt auf Hitze- und UV-Schutz achten. Langfristig braucht es also mehr Bäume, Dachbegrünung, mehr Wasserspiele sowie entsiegelte Flächen. Außerdem (zusammen mit dem Träger) sollte man jetzt die Neuanschaffungen fürs kommende Jahr planen: Klimaanlage plus Photovoltaikanlage kombiniert – so lässt sich der hohe Strombedarf gleich abdecken. Im Alltag gibt es allerdings schon einfache Stellschrauben beim Hitzeschutz:
- Früh morgens querlüften.
- Außenrollos morgens schon runterlassen.
- Temperatur in den Räumen messen und gegebenenfalls Räume wechseln.
- Nur vormittags nach draußen gehen, dort für zusätzlichen Schatten/UV-Schutz sorgen.
- Es mittags ruhiger angehen lassen.
- Spielerisch zum Trinken animieren.
- Mahlzeiten auf leichte Kost und wasserhaltiges Obst/ Gemüse umstellen.
- Für Abkühlung sorgen mit Planschbecken, Sprühflaschen, feuchten Handgelenkwickeln aus alten Socken, feuchten Nackentüchern.
- Mit Familien Hitze und UV-Belastung thematisieren.
- Kinder bei extremen Innentemperaturen früher abholen lassen, wenn möglich.
- Auf Notfälle vorbereitet sein.
Juli 2027, Bild: WILA Bonn