Vom Samen bis zur Frucht

Für jede Gruppe steht auf dem Außengelände ein großzügiges Hochbeet zur Verfügung. Hier können wir die große Palette an Obst und Gemüse aussäen und anpflanzen. Den Prozess vom kleinen Samen bis hin zur essbaren Frucht zu verstehen, ist ein wichtiger Lernprozess für Kinder. Die Pflege und auch die nötige Geduld dafür fördern nochmals den respektvollen und wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln. Die Weiterverarbeitung steht ebenfalls hoch im Kurs bei Kindern und Erwachsenen. Wir kochen und backen regelmäßig mit den Kindern, nicht nur zu besonderen Anlässen wie z.B. zu Geburtstagen.

Aus all diesen Zielen leiten wir den Grundsatz der bedeutenden Vorbildfunktion aller beteiligten Mitarbeiter ab. In Bezug auf Ernährung leben und handeln alle nachhaltig und wertschätzend. Das zeigt sich auch in Bezug auf Partizipation: Wir beteiligen die Kinder auch im Alltag, sie dürfen entscheiden, was sie essen, wie viel sie essen und ob sie überhaupt essen möchten.

FABIDO Familienzentrum Bergparte, Dortmund


Naschkörbchen gegen Lebensmittelverschwendung

Wir haben festgestellt, dass die Kinder am Nachmittag gerne schon mal die Brotdosen leer haben und noch Hunger haben. In den Medien wird immer wieder davon gesprochen, wie viel Nahrungsmittel die Deutschen wegwerfen. Also haben wir in Absprache mit den Elternbeiräten unser Naschkörbchen ins Leben gerufen.

Dort können die Eltern Obst und Gemüse hineingaben, falls zu viel gekauft wurde und man weiß, man fährt in Urlaub und es würde schlecht in der Zeit. In der Kita bekommen wir nach einer Sichtung der Lebensmittel alles verwertet. Es gab auch schonmal „Steinsuppe“ nach einem bekannten Bilderbuch. Einmal konnten wir sogar das Mittagessen einsparen, weil wir so viel Gemüse bekommen hatten, dass es für einen großen Suppentopf für alle reichte. Eine Kollegin hat dann noch eine Kornmühle mitgebacht und aus dem Mehl mit den Kindern leckere Brötchen passend zur Suppe gezaubert.

DRK Familienzentrum Schönau


Von der Frucht zum Saft

Zum Themenschwerpunkt Ernährung haben wir mit den Kindern das Projekt „Von der Frucht zum Saft“ durchgeführt. Wir besprechen mit den Kindern, welchen Saft sie gerne trinken und woraus Saft eigentlich besteht. Es wird gemeinsam erarbeitet, dass es neben Obst- auch Gemüsesäfte wie z.B. Tomaten- und Karottensaft gibt und was Obst bzw. was Gemüse ist.

Nun schauen die Kinder Kurzvideos (von der Sendung mit dem Elefanten), in denen erklärt wird, wie und wo Obst und Gemüse wachsen. Anschließend entscheiden sie, woraus wir unseren eigenen Saft herstellen wollen, und eine Einkaufsliste wird erstellt. Nach dem gemeinsamen Einkauf wird das Obst und Gemüse gewaschen und geschnitten. Anschließend darf jedes Kind das Obst und Gemüse durch den Entsafter entsaften. Nun stellen sich die Kinder selbst ihren Saft zusammen und schütten ihn in ihr Glas. Der Saft wird dann zum Abschluss des Projekts gemeinsam getrunken.

Städtische Kindertageseinrichtung Alsfeld


Gemüse selbst anpflanzen

In unserer KiTa möchten wir den Kindern einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln vermitteln. Wir kochen täglich frisch und die Kinder dürfen eine Mahlzeit pro Woche selbst gestalten. Hierfür nutzen wir Karteikarten mit Symbolen der einzelnen Lebensmittel.

Durch Gespräche über unterschiedliche Gemüsesorten sind wir dazu gekommen unser eigenes Gemüse anzupflanzen. Die Kinder lernen dabei wie die Samen eingepflanzt, die Pflanzen umgepflanzt werden und die Lebensmittel wachsen. Sie lernen wie wichtig Geduld und Pflege sind und wie gut frisches Gemüse schmeckt. Beim Aufbau waren die Eltern während eines Gartenaktionstages behilflich.

Durch das eigene Ernten lernen die Kinder den Wert von Lebensmitteln zu schätzen und begreifen, dass frische, regionale und saisonale Ernährung gut für uns und die Umwelt ist. Das geerntete Gemüse wird mit den Kindern gemeinsam gewaschen und anschließend allen Kindern zum Snack angeboten oder zum Kochen verwendet.

KiTa Siedlungsstrolche, Köln


Eigener Anbau

In unserer Einrichtung haben wir einen zuckerfreien Vormittag eingeführt. Die Kita stellt das Frühstück. Es wird jeden Tag ein vollwertiges abwechslungsreiches Buffett angeboten. Aus dem wählen die Kinder ihr Frühstück selbstständig aus. Wir haben ein Gewächshaus im Aussengelände. In dem bauen die Vorschulkinder dieses Jahr ihre eigenen Tomaten an.

DRK Kita Victoria, Kronberg


Von der Sahne zur Butter

In einem Angebot erlebten die Kinder spielerisch, wie aus Schlagsahne im Schraubglas durch kräftiges Schütteln echte Butter entsteht. Gemeinsam konnten wir beobachten, wie sich die Konsistenz verändert hat – und natürlich durfte auch probiert werden! Die Kinder halfen aktiv mit, lernten einfache Arbeitsschritte kennen und erlebten, wie Lebensmittel aus natürlichen Zutaten entstehen.

Dieses Angebot hat nicht nur das Verständnis für gesunde Ernährung gefördert, sondern auch Feinmotorik, Ausdauer und Teamarbeit gestärkt. Ein Erlebnis für alle Sinne – und ein wichtiger Schritt in Richtung bewusster Esskultur.

Familienzentrum „Sonnenblume“, Bornheim


Gemeinsam ein Frühstück vorbereiten

Unsere Kindergartenkinder sind immer mit viel Freude bei der Zubereitung von Speisen dabei. Zusammen mit unserem Kindergartenrat, haben wir uns dazu entschieden, mindestens einmal im Monat ein gemeinsames Frühstück für alle Kindergartenkinder anzubieten. Hierbei begleiten die Kinder die Erzieher*innen zur nahegelegenen Gärtnerei, um das Obst und Gemüse hierfür gemeinsam einzukaufen. Auch der Einkauf in der Bäckerei erfolgt mit den Kindern. Langfristig wollen wir unsere Zutaten so weit wie möglich aus unseren eigenen Hochbeeten, den Obstbäumen und Sträuchern und auch der Kräuterspirale ernten. So sind die Kinder noch mehr in den Kreislauf der Lebensmittel eingebunden. Auch dem Wunsch der Kinder, selbst Haferflocken mit der Haferflockenpresse herzustellen und viel Abwechslung in das Frühstück zu bringen, sind wir gerne nachgekommen. Die Kinder bereiten gemeinsam mit den Erzieher*innen alles eigenständig zu und auch die Kleinsten zeigen viel Freude dabei.

Kath. Kindergarten St. Bilhildis, Veitshöchheim


Kochen als Erlebnis

In einer Zeit, in der wir im Alltag stark beansprucht sind und Kochen sowie Ernährung oft zweitrangig werden, während Fast Food sowie Fertigprodukte immer mehr an Bedeutung gewinnen, ist es wichtig, Kindern Ernährung und Kochen als Erlebnis vorzuleben.

Frische Produkte wie Obst und Gemüse gemeinsam einzukaufen, mit den Kindern am gleichen oder am nächsten Tag zu kochen, sie entsprechend ihrem Alter in die Zubereitung einzubeziehen, ihnen die Möglichkeit zu geben, beim Vorbereiten zu probieren, anzufassen und zu riechen - all das sollte so früh wie möglich beginnen. Ich bin überzeugt, dass dadurch schon früh ein Verständnis für gesundes, schmackhaftes und natürliches Essen entsteht und zugleich eine gemeinsame Aktivität geschaffen wird, die viel Spaß macht und das Interesse der Kinder weckt.

Kindertagespflege Ratz und Rübe im „Alten Waschhaus“ von Nil Ruppert-Bagheri, Bonn


Gesunde Ernährung spielerisch erleben

In meiner Kindertagespflege lernen die Kinder auf natürliche Weise, woher Lebensmittel kommen und wie wertvoll sie sind. Gemeinsam haben wir Kresse gesät, gepflegt und täglich beobachtet, wie sie wächst. Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei, ihre Becher zu gießen und den Fortschritt zu dokumentieren. Als die Kresse schließlich geerntet wurde, probierten wir sie zusammen – ein echtes Erfolgserlebnis!

Besonders begeistert waren die Kinder auch von den Himbeeren aus unserem Garten. Sie durften direkt vom Strauch naschen und erfuhren dabei, wie Obst wächst und reif wird. Durch solche Erlebnisse entwickeln die Kinder nicht nur ein Bewusstsein für gesunde Ernährung, sondern auch eine enge Verbindung zur Natur und ein Gefühl der Verantwortung.

Kindertagespflege Sonnenschein von Zarife Celik, Hückelhoven


Gesunde Ernährung in der Kindertagespflege

Dieses Projekt hat mir sehr viel Freude bereitet. Ich habe mein Zertifikat zur Genussbotschafterin der Sarah Wiener Stiftung „Ich kann kochen!“ absolviert und mit den Kindern gemeinsam frische leckere Gerichte zubereitet. Am besten daran hat mir gefallen, dass ich sehen konnte, wie auch schon die Kleinsten mithelfen können.

Dazu passend haben wir unser Hochbeet wieder flott gemacht und warten nun täglich auf frische Paprikas, Gurken sowie Tomaten. Natürlich darf auch Obst nicht fehlen, daher haben wir uns zusätzlich eine kleine Erdbeerampel zugelegt. Die Kinder dürfen jeden Tag gießen und schauen ob die Früchte reif sind. Passend dazu konnten die Kinder auch ihre selbstgezüchtete Kresse aus den Osternestern ernten.

Um den Kindern zu zeigen wo die Lebensmittel herkommen, besuchen wir regelmäßig den nahegelegenen Bauernhof mit Einkaufsmöglichkeiten. Auf dem Weg fahren wir an den Feldern vorbei und können den Bauern bei seiner Arbeit zuschauen. Die Kinder können so erfahren wo die verarbeiteten Lebensmittel her kommen. Die Eltern konnten ebenfalls sehen, was man Kindern in dem Alter bereits an Fähigkeiten zutrauen kann.

Kindertagespflege von Verena Steinbrecher, Köln


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