Stromdetektive und -detektivinnen
Wir haben uns intensiv mit dem Thema Strom und Elektrizität beschäftigt. Gemeinsam schauten wir uns das Buch „Wie kommt der Strom zu uns ins Haus“ an. Wir haben uns den Fragen gewidmet: Was ist Strom? und Wie kommt der Strom überhaupt zu uns ins Haus? Wir haben viele Experimente zum Thema Energie gemacht, wie z. B. eine Windmühle als Motor für Lasten, Schlangentanz, Wasserrad. Wir haben einen Elektrobaukästen angeschafft, um den Kindern zu demonstrieren, wie ein Stromkreislauf funktioniert.
Anschließend gingen die „Stromdetektiv*innen“ im Haus auf Entdeckungstour, um verschiedene Stromquellen aufzuspüren. Die Kinder waren mit großem Eifer dabei und haben fleißig Fotos von ihren Entdeckungen gemacht. Sie haben Plakate gestaltet, um zu zeigen, wo wir Strom sparen können. Die Kinder sind sehr engagiert und erinnern sich regelmäßig gegenseitig daran, z. B. das Licht auszuschalten. Dazu haben wir gemeinsam Erinnerungsaufkleber auf allen Lichtschaltern angebracht.
FABIDO TEK Am Grenzgraben, Dortmund
Müll und Umwelt
Wir haben eine Ausstellung und einen Workshop im Dortmunder U besucht über die globalen Wege des Abfalls. Die Kinder haben sich ein Kamishibai angeschaut. Anhand eines Buches haben wir mit den Kindern thematisiert, wie wir Müll vermeiden können. Unsere Kinder haben sich dazu entschieden, dass wir unsere Mülltonnen im Haus besser kennzeichnen. Danach haben die Kinder aus verschiedenen Prospekten unterschiedliche Gegenstände ausgeschnitten, die dann auf Plakaten sortiert wurden. Wir waren in den Gruppen fleißig unterwegs, und jede Gruppe hat den Müll, der beim Frühstück entstanden ist, gesammelt, aus dem gesammelten Abfall haben die Kinder mit viel Fantasie großartige Kunstwerke gestaltet. Wir waren mit den Kindern in einem Lebensmittelgeschäft, um gezielt zu schauen: Welche Lebensmittel sind stark verpackt – und welche weniger? Die Kinder waren auf einem Ausflug zum Erdbeerpflücken, um einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln und der Umwelt zu fördern. Auch ein Komposter steht nun draußen.
FABIDO TEK Am Grenzgraben, Dortmund
Wasserpolizistinnen und -polizisten
Die Kinder wollten sich „Wasserpolizist*innen“ nennen. Wir haben Kappen mit Wassertropfen gebastelt. Die Kinder hatten viele Ideen und besprachen, wozu wir Wasser brauchen. Die Wasserpolizist*innen sind durch die Kita gegangen und haben überlegt, wo man gut Wasser sparen kann. Zum Beispiel beim Händewaschen, Zähneputzen oder bei der Nutzung von Regenwasser aus der Wassertonne. Die Kinder haben dazu Plakate gestaltet und damit viele Gespräche angeregt. So sind sie jetzt nicht nur in der Kita, sondern auch zu Hause „Patenkinder“ fürs Sparen. Die Kinder sind sehr engagiert und erinnern sich regelmäßig gegenseitig daran, z. B. beim Zähneputzen das Wasser abzudrehen.
Wir haben in den Waschräumen die Wasserventile gesäubert, haben Wasserproben gesammelt und die Proben unter dem Mikroskop angeschaut. Danach haben wir Wasser gefiltert und zum Schluss den Wasserführerschein durchgeführt.
Inzwischen haben wir durch das Projekt zwei Regentonnen auf dem Außengelände – eine neue wurde von den Vätern an unserem Holzhaus angebracht. Wir gießen die Pflanzen nun ausschließlich mit Regenwasser.
FABIDO TEK Am Grenzgraben, Dortmund
Tipps für Hitze-Tage
Die tagelange Hitzewelle mit hoher Luftfeuchtigkeit Ende Juni hat erbarmungslos gezeigt, wie verletzlich wir Menschen und auch unsere Infrastruktur in Deutschland ist. Auf Temperaturen um die 35 bis 40 Grad am Tag und tropische Nächte mit über 25 Grad, die also keine Abkühlung bringen, sind wir immer noch nicht vorbereitet. Verloren ist der Kampf gegen die Klimakrise noch nicht – jedes Zehntel Grad Temperaturunterschied zählt und jede Tonne CO2 oder Methan, die wir nicht in die Atmosphäre pusten. Parallel dazu müssen wir uns aber anpassen an die neuen Realitäten, also gezielt auf Hitze- und UV-Schutz achten. Langfristig braucht es also mehr Bäume, Dachbegrünung, mehr Wasserspiele sowie entsiegelte Flächen. Außerdem (zusammen mit dem Träger) sollte man jetzt die Neuanschaffungen fürs kommende Jahr planen: Klimaanlage plus Photovoltaikanlage kombiniert – so lässt sich der hohe Strombedarf gleich abdecken. Im Alltag gibt es allerdings schon einfache Stellschrauben beim Hitzeschutz:
- Früh morgens querlüften.
- Außenrollos morgens schon runterlassen.
- Temperatur in den Räumen messen und gegebenenfalls Räume wechseln.
- Nur vormittags nach draußen gehen, dort für zusätzlichen Schatten/UV-Schutz sorgen.
- Es mittags ruhiger angehen lassen.
- Spielerisch zum Trinken animieren.
- Mahlzeiten auf leichte Kost und wasserhaltiges Obst/ Gemüse umstellen.
- Für Abkühlung sorgen mit Planschbecken, Sprühflaschen, feuchten Handgelenkwickeln aus alten Socken, feuchten Nackentüchern.
- Mit Familien Hitze und UV-Belastung thematisieren.
- Kinder bei extremen Innentemperaturen früher abholen lassen, wenn möglich.
- Auf Notfälle vorbereitet sein.
Juli 2026, Bild: WILA Bonn
Herausforderung Künstliche Intelligenz
Wir nutzen Künstliche Intelligenz, um Inspirationen für die Projektwoche zu bekommen, um Pflanzen im Wald zu bestimmen, Elternbriefe in einfache Sprache zu übertragen oder in andere Sprachen zu übersetzen, Stempel-Karten sowie passgenaue Lieder für das Weltreise-Sommerfest zu generieren,… Was vor ein paar Jahren noch wie ein fernes Zukunftsszenario klang, ist inzwischen Normalität: Künstliche Intelligenz (KI) ist allgegenwärtig und prägt vielerorts unseren (Arbeits-)Alltag. Tatsächlich kann KI – reflektiert und gezielt genutzt – bei der Dokumentation und Verwaltung ebenso unterstützen und entlasten wie bei der pädagogischen Vorbereitung oder der Kommunikation mit den Eltern. Bildung für nachhaltige Entwicklung lässt sich einerseits mithilfe von KI vermitteln und umsetzen, sollte sich aber andererseits auch kritisch mit ihr auseinandersetzen.
Wofür KI eingesetzt wird, darüber sollte sich die Kindertagespflegeperson bzw. das Kita-Team (mit dem Träger zusammen) klar werden und eine KI-Leitlinie erstellen, in der konkrete Tools, Anwendungsfälle, Datenschutzvorgaben und Transparenzfragen festgehalten werden. Außerdem sollte neben der Qualifizierung der Mitarbeitenden auch das Zwischenmenschliche in den Blick genommen werden: Wie geht es dem Team mit solch neuen Technologien? Wie können unterschiedliche Haltungen und Kenntnisse auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden? Was Künstliche Intelligenz nicht ersetzen kann: Beziehungsarbeit, Empathie und spontanes Reagieren auf die Kinder.
Weitere Infos:
- WDR, Die Maus: „Was ist Künstliche Intelligenz?“
- SRF Kids „KI: Was ist Künstliche Intelligenz?“
- Kitalino: KI anwenden
- Stiftung Kinder forschen, Weiterbildung KI
- Deutsches Kinderhilfswerk: „KI und Kinderrechte“
- KI-Thesenpapier Bundesverband Kindertagespflege
11. Juni 2026, Bild: KI generiert – Leonardo AI/Modell GPT2
Bewusstsein für kleinste Lebewesen schaffen
Im Rahmen unseres Projektes „Gestaltung des KiTa Außengeländes zu einem naturnahen und vielfältigen Spiel-, Begegnungs- und Erfahrungsraum für Kinder und Aufwertung dieser Fläche zu einem vielgestaltigen und wirklichen Lebensraum“ konnten wir einen Teil der Fördergelder in Anpflanzungen stecken, die zu einem naturnahen Außengelände mit inzwischen vielfältigem Pflanzenbestand und unterschiedlichsten tierischen Besuchern führen. Über das ganze Jahr lassen sich jeden Tag neue, schöne Veränderungen beobachten, unterschiedliche Blüten, Samenstände, Insekten und Vögel. Die Kinder thematisieren oft in unterschiedlicher Weise, was sie beobachten, halten achtsam die kleinen, selbstgemachten Zäune zu Pflanzflächen in Ordnung und sind darauf bedacht, dass niemand Blumen abpflückt, da diese noch von Tieren als Nahrungsquelle gebraucht werden. Inzwischen haben wir sicherlich rund 30 Vogelarten, Bienen sowie vielgestaltige Schmetterlinge zu Gast und freuen uns, welches Bewusstsein die Kinder dafür haben.
DRK Kita Mahlberg, Bad Münstereifel Mahlberg
Nachhaltig tauschen – unser Kita-Tauschschrank ist da!
Nachhaltigkeit beginnt im Kleinen – und genau hier setzen wir in unserer Kita an. Mit unserem neu eingeführten Tauschschrank möchten wir Kindern und Eltern einen bewussteren Umgang mit Konsum und Ressourcen näherbringen. Ob Bücher, Kleidung, Spiele oder kleine Alltagsgegenstände: Was die eine Familie nicht mehr braucht, kann für eine andere von großem Wert sein.
Der Tauschschrank steht allen Familien offen und wird regelmäßig neu bestückt. Über unser Padlet (Online Wochenrückblick) geben wir auch regelmäßig Einblicke in den Inhalt des Tauschschrankes. So schaffen wir eine einfache Möglichkeit, Dinge weiterzugeben, statt wegzuwerfen – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig lernen die Kinder, wie sinnvoll es ist, Ressourcen zu schonen und Gebrauchtem neues Leben zu schenken.
Ein kleiner Schrank mit großer Wirkung – für mehr Achtsamkeit im Alltag und ein verantwortungsvolles Miteinander.
Johanniter-Museumskita Lindlar
Das Aufleben der Natur erforschen
Leuchtende Frühblüher im Garten wie Krokusse oder Narzissen kündigen den Frühling an! Auf deren Blüten – wichtige erste Nahrungsquelle im Jahr – lassen sich jetzt auch hungrige Insekten wie Wildbienen beobachten. Im Wald kann man sich auf die Suche nach Buschwindröschen, Scharbockskraut, geflecktem Lungenkraut und hohlem Lerchensporn machen. Außerdem hört man dort in der beginnenden Paarungs- und Brutzeit so viele Vögel wie lange nicht. Einen guten Anlass, um mit den Kindern und Familien das farbenfrohe Aufleben der Natur und die Rückkehr von Summen, Brummen und Zwitschern zu erleben, bietet der Frühlingsanfang am 20. März oder der Internationale Tag des Waldes am 21. März. Der Waldausflug lässt sich auch mit kleinen Spielen auflockern. Wer findet (die meisten) Frühblüher? Wer kann beim Frühlingsquiz punkten? Mit den passenden Bestimmungs-Apps lassen sich außerdem neue Pflanzen und Vögel gemeinsam entdecken.
Weitere Infos:
- Quizze von Naturpark Detektive (nach Jahreszeiten)
- Quiz "Frühblüher" vom Nabu
- App „Flora Incognita“ zur Bestimmung von Pflanzen und Pilzen
- App "Merlin" zur Vogelstimmen-Bestimmung
- App "Vogelwelt" vom NABU
- Kampagne "Echte Leistungsträger" (Artenreichtum und wir)
März 2026, Collage © WILA Bonn
Rückblick – Ausblick
Die guten Neuigkeiten gleich zu Beginn: Unser BNE-Projekt „Nachhaltige Kita, nachhaltige Kindertagespflege“ geht in die nächste Runde. Es wird von Anfang 2026 bis Ende 2028 erneut zum Großteil durch Engagement Global gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zusammen mit Fachkräften aus 80 Kitas und 80 Kindertagespflegepersonen gehen wir in diesem Zeitraum der Frage nach, wie sich die globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) lokal umsetzen lassen.
Damit wollen wir an den Erfolg des Vorgängerprojekts anknüpfen. Im vergangenen Durchlauf von 2023 bis 2025 konnten wir 103 Kitas und – erstmalig – 35 Kindertagespflegepersonen als „nachhaltig“ auszeichnen. Die inzwischen über 400 Praxisbeispiele der beteiligten Einrichtungen und Kindertagespflegestellen, die sich auf unserer Webseite in Rubriken sortiert finden, dienen allen Interessierten als Inspiration. Und weitere Beispiele, wie sich Nachhaltigkeit ganz einfach, spielerisch und niederschwellig im Elementarbereich umsetzen lässt, werden in den kommenden Monaten und Jahren folgen.
Außerdem freuen wir uns, dass wir die bereits ausgezeichneten Kitas und Kindertagespflegepersonen weiterhin in Vertiefungsworkshops und mit interessanten Infos zu BNE-Themen und BNE-Veranstaltungen begleiten können.
27. Januar 2026, Bild: Kita Heinrich-Brandhoff-Straße, Gelsenkirchen
Wiederwendbares Weihnachtsfenster
Im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich dieses Jahr aus alten Kartons und Resten von Bastelpapier ein „Weihnachtsfenster“ für jedes Kind und mit jedem Kind gebastelt. Einen Karton haben wir dafür in Weihnachtspapier verpackt und an jeder Klappe mit einem Griff aus Pfeifenreiniger versehen. Das Innenleben haben wir nur locker mit Resten von Bastelpapier ausgefüllt und ebenfalls ganz locker mit kleinen Basteleien bestückt – so können Eltern und Kids die Basteleien herausnehmen und als Weihnachtsschmuck nutzen oder verschenken, und jedes Papier ist wieder mit neuer Kreativität einsetzbar. Das Fenster selbst kann zur ungefährlichen Spielzeugkiste werden ohne Kanten und Ecken. Zudem habe ich nur aus Klorollen und kleinen Fruchtkörben Elche gebaut, wobei ich in die Körbchen Gesundes gelegt habe, besser als Schoko. Das alles kam gut an bei den Eltern.
Kindertagespflege von Annemarie Böhle-Schuck, Bonn









