Gerechtigkeit und Solidarität
Fairer Handel: Woher kommt die Banane?
Jede Woche bekommen wir eine Obstlieferung über eine Abo-Kiste. Darin sind auch Bananen. Beim Kleinschneiden der Bananen fällt den Kindern auf, dass auf der Schale ein Schildchen klebt mit einem Zeichen, das sie schon kennen – dem Fairtrade-Logo. Sie fragen, ob das Zeichen ebenfalls dafür steht, dass die Menschen auf den Plantagen genug Geld für ihre Arbeit bekommen, so wie sie das schon bei der Schokolade kennengelernt haben.
In Büchern und in einem kleinen Video erfahren wir, was für einen weiten Weg die Banane zurücklegen muss, um zu uns zu kommen. Sie wächst nämlich nur in Ländern, in denen es sehr warm ist. Auf Bildern stellen wir im Flur die einzelnen Transportschritte der Banane nach, und die Kinder erklären den Eltern, welch weiten Weg die Banane zu uns braucht und wie wichtig es ist, darauf zu achten, dass das Fairtrade Logo auf den Bananen ist, damit die Arbeiter auf den Plantagen gerechten Lohn bekommen.
FABIDO Kita Bornstraße, Dortmund
Ressourcen schonen, Barrieren abbauen
Wir legen besonderen Wert auf die Kommunikation mit den Eltern und versuchen dabei inzwischen aber, wo es nur geht, auf Papier zu verzichten, da der Papierverbrauch für Infos an die Familien sehr hoch war. Wir legen dabei den papierlosen Schwerpunkt auf Organisatorisches und die Vermittlung von Infos an die Familien und bauen diesen Punkt stetig aus. An Whiteboards ist der Wochenplan hinterlegt. Und über eine Kita-App werden z.B. Termine mitgeteilt, Veranstaltungen geplant und für Feste und Arbeitseinsätze Listen und Mitbringsel geführt. Eltern können in der App ganz ohne Papier ihre Kinder an- und abmelden oder eine andere Person elektronisch bevollmächtigen, ihr Kind abzuholen, sollten sie kurzfristig verhindert sein. Die Möglichkeit, in der App über 40 Sprachen einzustellen, in die übersetzt wird, macht die Kommunikation für Familien aus anderen Herkunftsländern deutlich leichter und baut Barrieren ab. In den Garderoben können die Eltern außerdem über elektronische Bilderrahmen aktuelle Bilder ihrer Kinder sehen.
Kita Regenbogen, Fürstenwalde
Anderes Konsumverhalten erleben
Spielsachen, Kleidung, Bücher, CDs usw. – alles wird teurer und das Geld ist bei vielen Familien knapp. Bei unserer Tauschbörse im Eingangsbereich der Kita dreht sich alles um Kindersachen, die zu schade sind, um weggeschmissen zu werden und einen neuen Besitzer suchen. Eltern legen bei der Tauschbörse z.B. Kleidung ab von ihren Kindern, die nicht mehr passt, oder Spielzeug, welches nicht mehr bespielt wird, und verleihen so allen Dingen ein neues Leben. CDs, die nicht mehr gehört werden, weil sich die Interessen der Kinder ändern, finden hierüber einen neuen Eigentümer. Die Kinder lernen über diesen Weg viel über Nachhaltigkeit und Konsumverhalten. Sie kommen leicht ins Gespräch und lernen, anderen eine Freude zu machen. Viele sind gespannt, ob ihr Spielzeug, welches sie dort hingelegt haben, beim Abholen schon weg ist und schauen gerne, ob sie im Gegenzug etwas Neues für sich finden.
Kita Regenbogen, Fürstenwalde
Besuch im mondo mio! Kindermuseum
Beim Besuch im mondo mio! Kindermuseum in Dortmund (das sich auf das globale Lernen fokussiert) stand das Thema Kleidung im Mittelpunkt. Auf spielerische und handlungsorientierte Weise erfuhren die Kinder, wie Baumwolle angebaut, geerntet, gesponnen und zu Kleidung verarbeitet wird. Sie konnten Baumwolle in die Hand nehmen, die weichen Fasern befühlen und den Unterschied zu synthetischen Materialien kennenlernen. Gemeinsam durchliefen die Kinder die vielen Schritte von der Pflanze bis zum fertigen Kleidungsstück. Dabei wurde deutlich, dass es zahlreiche Menschen braucht, um einen Pullover entstehen zu lassen – Menschen, die häufig unter schwierigen Arbeitsbedingungen tätig sind. So erhielten die Kinder erste Einblicke in globale Zusammenhänge und entwickelten ein Bewusstsein für fairen Handel und nachhaltigen Konsum. Ergänzend dazu haben wir in unserer Einrichtung einen Gib- und Nimm-Schrank eingerichtet. Hier können Eltern gut erhaltene Kleidung, Spielsachen oder Bücher tauschen. So wird nachhaltiges Handeln auch im Alltag der Familien aktiv gelebt.
FABIDO Familienzentrum Oesterstraße, Dortmund
Das Miteinander stärken
Regelmäßig finden in unserer Kita Flohmärkte zu unterschiedlichen Themen statt. Statt gut erhaltenes Spielzeug oder Kleidung zu entsorgen, spenden die Kinder und Eltern die Sachen für den Flohmarkt. So bekommen auch andere Familien die Chance, günstig schöne Sachen zu erwerben. Das schont die Umwelt, fördert den Umgang mit Ressourcen und stärkt das Miteinander in unserer KiTa-Gemeinschaft. Die Kinder lernen zusätzlich, dass jeder einen wertvollen Beitrag leisten kann, unabhängig vom Einkommen. Die Einnahmen kommen dem Förderverein zugute.
Kath. Kita Fronleichnam, Essen
Willkommen in unserer Elternbibliothek
Um Chancengleichheit zu fördern und Familien im Alltag zu unterstützen, haben wir eine liebevolle gestaltete Elternbibliothek eingerichtet. In unserer Elternbibliothek finden Eltern vielfältige Bücher und Materialien rund um Themen wie kindliche Entwicklung, Sprache, Bewegung (Psychomotorik), Gesundheit, Natur, Tiere, Basteln, Handarbeiten und Kochen. Die Inhalte bieten praktische Anregungen für den Familienalltag und helfen dabei, die Entwicklung des Kindes spielerisch zu fördern.
Außerdem können Eltern und Kinder bei uns Bilderbücher und Geschichten zum Vorlesen ausleihen – denn gemeinsames Lesen stärkt Sprache, Bindung und die Freude am Lernen.
Kindertagespflege „Purzelbaum“ von Claudia Gottschalk, Bonn
Kamishibai – Bilderbuchkino für Chancengleichheit
Mit unserem „neuen“ Kamishibai möchten wir Kindern den Zugang zu Sprache, Geschichten und kultureller Teilhabe erleichtern – unabhängig von Herkunft, Alter oder sprachlichen Voraussetzungen. In gemeinsamer Kooperation der beiden Kindertagespflegestellen „Spatzplatz“ und „Spatzplatz 2.0“ gestalten wir regelmäßige und auch gemeinsame Vorlese- und Erzählzeiten, bei denen das Kamishibai als visuelles und sprachförderndes Medium eingesetzt wird. Die großflächigen Bildkarten und die dialogische Erzählweise ermöglichen allen Kindern – auch mit geringen Deutschkenntnissen – aktives Zuhören, Mitdenken und Teilnehmen. Durch Themen wie Freundschaft, Vielfalt und Gerechtigkeit erleben die Kinder spielerisch selbst, was Chancengleichheit bedeutet. Das Projekt fördert frühkindliche Sprachbildung, interkulturelles Lernen und soziale Kompetenzen. Das Kamishibai ist für uns ein nachhaltiges Werkzeug auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit – für alle Kinder. Deswegen möchten wir es gerne zum Ausleihen für Kindergeburtstage o.ä. „unseren“ Familien zur Verfügung stellen.
Kindertagespflege „Spatzplatz 2.0“ von Christiane Noell und Kindertagespflege „Spatzplatz“ von Stefan Koscielny, Bonn
Wir gestalten eine Spieleausleihe
Wie in einer Bibliothek dürfen die Kinder in der Lotus Kinderkrippe beliebte Kinder-Spiele ausleihen und mit nach Hause nehmen, um sie dort gemeinsam mit Eltern, Geschwistern, Freunden und Großeltern zu spielen. Die Spiele wurden gebraucht gekauft. Einige Spiele haben wir auch von früheren Krippenkindern geschenkt bekommen, da die Kinder nicht mehr damit spielten. Die Erzieher*innen geben bei Bedarf den Eltern Ratschläge, welche Spiele die motorische, sprachliche oder emotionale Entwicklung ihrer Kinder besonders gut fördern, im Sinne einer guten Erziehungspartnerschaft - zwischen Kita und Eltern. Die Ausleihe trägt zur Nachhaltigkeit bei - Teilen statt Kaufen. In erster Linie geht es aber darum, Eltern zur gemeinsamen Spielzeit mit ihren Kindern zu motivieren. Die Spiele geben Anlass für Gespräche und Interaktion zu Hause. Eine Ausleihe schafft Chancengleichheit ohne Kosten für die Familien. Die Spiele können zu Hause weiterwirken – über die Kita-Zeit hinaus.
Lotus Kinderkrippe, Hannover
„Bibliothek der Dinge“ und Kleiderbazar
Alle Kinder sollen die gleichen Möglichkeiten haben und gleichzeitig soll unnötiger Konsum vermieden werden. Daher haben wir eine „Bibliothek der Dinge“ angelegt. In einem Ordner können sich die Eltern die vorhandenen Dinge anschauen und dann auswählen, was sie ausleihen möchten. Die Auswahl ist vielseitig und reicht von Spielzeug (In- und Outdoor), über Möbel (Hochstühle, Reisebetten etc.) und Hilfsmittel (Tragetücher, Manduca, Seitensitze, Autositze, Bollerwagen etc.) bis Bücher. Zusätzlich können die Eltern selbst ebenfalls Sachen zur Verfügung stellen, die sie bereit sind, an andere Eltern zu verleihen. Auf diesem Wege können alle Familien davon profitieren. Wir reduzieren gemeinsam unnötig produzierte Gegenstände, die nur unseren Geldbeutel leer und unsere Keller voll machen und unsere Kinder – wenn es hochkommt – nur ein halbes Jahr begeistern.
Zusätzlich stehen auf unserer Veranda “neue” Regale, welche wir als Spenden erhalten haben. Diese dienen als Kleiderbazar und sind mit Kleidergrößen versehen, um den Überblick zu erleichtern. Dort kann man dann kostenfrei Kleidung und Schuhe entnehmen.
Kindertagespflege „Jules Schäfchen“ von Julia Hanses, Troisdorf
Gemeinsam bauen wir eine Schule in Gambia
Mit einer Auswahl an Spielen und Methoden haben wir den Kindern ihre 54 Rechte näher bringen können. Unser ausgewähltes Kinderrecht ist das Recht auf Bildung. Die Kinder sammeln gemeinsam mit ihren Eltern sowie dem Team der Erzieher*innen Geld, um eine Schule in Gunjur (Gambia) fertigzustellen. 130 Kinder kommen dann endlich zu ihrem Recht auf Bildung. Die Kinder, Eltern und Erzieher*innen werden im Eingangsbereich und online über die aktuelle Restsumme bis zur Fertigstellung der Schule informiert. Die Kinder sind sehr motiviert und haben teilweise ihr Taschengeld in das Spendenglas geworfen. Aktuelle Bilder und Videos werden täglich online präsentiert und auf Wunsch den Kindern, Eltern und Erzieher*innen gezeigt.
Ev. Kita Mirjamgemeinde an der Lutherkirche, Offenbach
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